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Urlaub Thailand Corona: Warum das Land ein gutes Fernreiseziel ist - Öffnung für Touristen

Urlaub im Pandemiezeitalter : Thailand öffnet sich für Touristen – zum Glück

Die Corona-Krise hat das Jetten um die Welt lange eingeschränkt und auch aus ökologischer Sicht infrage gestellt. Langsam werden Fernreisen wieder möglich, sind aber nicht immer sinnvoll. Was dennoch für Thailand spricht.

Weiße, kilometerlange Strände, türkis-blaues Meer und warmes Wetter garantiert – wer sehnt sich gerade in den dunkleren Monaten des Jahres nicht nach ein bisschen Sommer? Thailand galt als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen zur Winterzeit, jedenfalls bis die Pandemie den Tourismus im März 2020 lahmlegte. Jetzt, mehr als anderthalb Jahre später, will sich der südostasiatische Staat wieder vorsichtig für Urlauber öffnen. Das ist vor allem für viele der knapp 70 Millionen Thais eine gute Nachricht.

Im Jahr 2019 reisten nach Angaben der Bank of Thailand noch 40 Millionen ausländische Touristen ins Land, um Traumstrände, Tempel, Nationalparks und die pulsierende Hauptstadt Bangkok zu besuchen. Die Tourismusindustrie machte elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, mehr als sieben der 70 Millionen Thais arbeiteten in der Branche. Allein die beliebte Ferieninsel Phuket im Süden des Landes besuchen gewöhnlich rund 14 Millionen Backpacker aus aller Welt, 600 Hotels stehen seither leer.

Seit Schließung der Grenzen leben viele Thais ohne Einkommen am Existenzminimum. Eine Arte-Dokumentation über die Phuket zeigt das Ausmaß der Armut: Einheimische stehen Schlange bei der täglichen Ausgabe von Lebensmitteln und Essensmarken. Viele Arbeitslose versuchen sich als Straßenhändler auf Märkten, aber die kaufwillige Kundschaft fehlt. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha sprach von „einer der schmerzlichsten Erfahrungen“ in seinem Leben, Entscheidungen zu treffen, durch die die Rettung von Leben mit der Rettung von Lebensgrundlagen in Einklang gebracht werden mussten. Das Leben der Verwundbaren gegen die Existenz vieler Familien.

Am Montag (Ortszeit) kündigte der Regierungschef den lang ersehnen Neustart an – unter strengen Auflagen: Touristen müssen vollständig geimpft sein und zwei PCR-Tests vorweisen: einen bei Abflug und einen direkt nach Einreise. Außerdem gelten vielerorts weiterhin nächtliche Ausgangssperren und die Maskenpflicht – auch draußen und beim Autofahren. Nicht trotz der strikten Vorgaben sondern gerade deshalb sollten Urlauber Thailand wieder in Betracht ziehen, denn sie zeugen von Verantwortung gegenüber der eigenen, aber auch der Weltbevölkerung. Denn das Virus reist bisweilen in beide Richtungen mit – mitunter auch bei Geimpften.

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Sicherheit sollte ein wichtiges Argument für Fernreisende sein – und die bietet Thailand mit Blick auf die Pandemie weit mehr als andere beliebte Fernziele. Lateinamerika etwa, wo die Dunkelziffer der Infektionen aufgrund der intransparenten Politik viel höher geschätzt wird als sie ohnehin schon ist, hat kaum corona-bedingte Einreiseauflagen. „Die mexikanischen Gesundheitsbehörden fordern derzeit keine Bescheinigung über den Gesundheitszustand oder Testergebnisse. Quarantänemaßnahmen sind nicht vorgesehen“, schreibt das Auswärtige Amt zum Hochrisikoland Mexiko – ein besonders bei Influencern beliebtes Reiseziel.

 Letztlich ist die Frage des Reisens individuell und wird sicher immer mehr zu einer Haltungsfrage. Will ich bloß Erholung um jeden Preis? Interessieren die Gegebenheiten des Landes? Sind (Langstrecken)Flüge noch vertretbar? Aber gerade kurzes, häufiges Fliegen kann den ökologischen Fußabdruck mehr vergrößern. Faires, umweltbewusstes Reisen hängt dagegen auch an anderen Komponenten. Wer gerne dem Winter in der Ferne  entkommen will, sollte Thailand wenigstens in Erwägung ziehen.