Tönisvorst: Vorst feiert sein Schützenfest

Tönisvorst: Vorst feiert sein Schützenfest

Trotz Regen war das Fest der St. Sebastianus Bruderschaft gut besucht. Mehr als 300 Schützen waren gestern bei der Großen Königsparade aktiv dabei. Aus einer Kutsche grüßten die Regenten Robert und Elisabeth Reiners.

Der 57-jährige Bankkaufmann und seine Ehefrau sind bester Laune. Eben haben sie im Festzelt zwölf Majestäten aus befreundeten Bruderschaften souverän empfangen, ehe extra für sie die Band "Saturn" zu den Ehrentänzen aufspielt. Robert Reiners und Ehefrau Elisabeth, im 26. Jahr miteinander verheiratet, zeigen sich auch beim "Wiener Blut", beim Kaiser- und Schneewalzer routiniert. "Es läuft bestens", war sich das Schützenkönigspaar der Vorster St. Sebastianus Bruderschaft einig.

Königspaar Robert und Elisabeth Reiners (r.) strahlt beim Umzug. Foto: W. Kaiser

Nur das Wetter hätte etwas trockener, die Temperaturen etwas höher sein können. Dennoch waren viele Vorster am Wochenende bei ihrem Schützenfest dabei. Vor allem beim gestrigen Festumzug, als mehr als 300 Schützen, Musiker und vor allem viele hübsche Hofdamen durch den geschmückten Ort zur Großen Königsparade zogen. Aus einer Kutsche grüßten die Regenten. Mit dabei war die historische Kanone, die einst das Dorf vor Eindringlingen schützte. Heute sind Auswärtige natürlich willkommen. Die vielen Bruderschaften und Gäste aus der Nachbarschaft sorgen mit für viel Leben.

Zelt war beim Dorfabend voll

In Vorst ist alles bestens geregelt. Wer unverheiratet und noch keine 40 Jahre alt ist, marschiert bei den Bürger- und Kehner-Junggesellen mit, die anderen bei den Sebastianern. Und da die vier Kinder des Königspaares noch jung und ungebunden sind, hatten sich die 16-jährigen Zwillinge und Hofdamen Maria und Karina, Philipp (19) und Mathias (21) der Bürger-Junggesellen-Bruderschaft angeschlossen.

Ehrungen beim Frühschoppen

Alle drei Jahre wechseln sich die drei örtlichen Bruderschaften mit dem Schützenfest ab. Diesmal sind die Sebastianer dran. "Unser Plan war genau richtig, den Dorfabend nicht mehr dienstags, sondern freitags vor dem Schützenfest zu feiern, das Zelt war rappelvoll", sagte der Pressesprecher der St. Sebastianus Schützen, Alexander Schmanke. Rund 800 Gäste ließen sich von der Cover-Band "Smile" unterhalten.

Und es war auch gestern bei der Gotthardus-Prozession ein gern gesehener "Ehrengast" dabei, der sich das Treiben aus luftiger Höhe ansah und seinen Segen dazu gab. Gemeinsam mit Präses und Pfarrer Ludwig Kamm hatten vier Schützen die schwere Holzstatue des Pfarrpatrons und Schutzheiligen St. Godehard am Samstag an ein geöffnetes Kirchenfenster gestellt. "Das hätte einige Tage früher passieren sollen", sagte eine Vorsterin, die damit einige traurige Zwischenfälle in den Tagen zuvor meinte. So erlitt ein 56-Jähriger beim Tanz in den Mai einen Herzinfarkt und starb. Und Metzgermeister Jakob Kohnen stürzte beim Maienreiten von einem belgischen Kaltblut und zog sich schwere Prellungen zu. Gestern stand er aber wieder tapfer am Straßenrand und winkte seinen Kameraden zu. Zu einem Frühschoppen trafen sich die Schützen gestern im "Haus Vorst". Dabei zeichnete der 1. Vorsitzende der Sebastianer, Uli Loyen, Kurt Ampütz von der Reiterei für sein 25-jähriges aktives Mittun aus. Und Robert Reiners erhielt von Vertretern des Bundes der Deutschen Historischen Bruderschaften die Königsmedaille. Am Abend traf man sich dann wieder im Festzelt an der Gerkeswiese. Neben dem Königspaar waren dabei auch die Ministerpaare Karl-Heinz und Luise Demandt und Heinz-Josef und Marlies Köhler sowie das Königsoffiziers-Paar August und Christine Recken in der ersten Reihe.

(wsc)
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