Stadt Willich: Verkehrsführung noch verschoben

Stadt Willich: Verkehrsführung noch verschoben

Die Verkehrsanbindung des Baugebietes an der Fontane-Straße war Thema im Planungsausschuss. Die Politik verschob die Entscheidung, weil noch ein SPD-Antrag im Raum steht.

Wird das Baugebiet Fontane-Straße eventuell doch kleiner als bislang geplant und wie wirkt sich eine eventuelle Verkleinerung auf die Verkehrssituation aus? Weil diese Fragen noch zu klären sind, verschoben die Politiker im Planungsausschuss am Donnerstagabend die Entscheidung über das Verkehrskonzept insgesamt.

Der Hintergrund: Eigentlich sind in dem Baugebiet, auf dessen Fläche bereits vier Mehrfamilienhäuser für Flüchtlinge gebaut werden, zwischen 31 und 48 Wohneinheiten in unterschiedlichen Bauformen geplant. Damit soll eine Durchmischung der Bewohner-Struktur erreicht werden. Diese Zahl schreckt die jetzt schon auf der anderen Straßenseite wohnenden Bürger ab - sie befürchten eine zu hohe Belastung durch mehr Autoverkehr. Von dieser Sorge lassen sie sich auch durch ein anderslautendes Verkehrsgutachten des Fachbüros Planersocietät nicht abbringen. Je nach Zahl der Wohneinheiten erwarten die Fachleute täglich 111 bis 171 Fahrzeuge, die in zwei Varianten gut über die bestehenden Straßen in Schiefbahn fahren könnten. Das Gutachten hatte das Büro im Januar vorgestellt.

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Bereits in der Vorlage zur Januar-Sitzung hatte sich die Verwaltung für die Straßenführung in der Variante A (36 Wohneinheiten, Anfahrt im Westen über die Fontane- und die Jakob-Germes-Straße und im Osten über die Johannes-Spaetgens- und die Jakob-Germes-Straße) ausgesprochen - diese Auffassung hatte sie auch in der Vorlage zur Weiterverfolgung empfohlen. Als zu teuer und nicht notwendig hatten die Experten eine Anbindung über eine nördliche Straße in Richtung des geplanten Kreisverkehrs an der Willicher Straße eingeschätzt. Gar nicht untersucht worden war diese Straßenführung im Kontext einer - noch nicht existenten - Nordumgehung Schiefbahns. Das kritisierte die FDP nachdrücklich und hatte einen Antrag auf weitere Prüfung zur Sitzung eingereicht. Die Technische Beigeordnete Martina Stall sagte dazu, dass eine solche Lösung nicht möglich sei, weil der Stadt die notwendigen Grundstücke nicht gehören. "Wenn wir das fachlich prüfen lassen, glauben Sie es dann?", so Stall in Richtung FDP. Der Antrag wurde dann mehrheitlich von CDU, Grünen und SPD abgelehnt.

Was jetzt noch weiter verfolgt werden soll, ist eine Ankündigung in einer SPD-Pressemitteilung. Darin kritisieren die Sozialdemokraten, dass neben den Flüchtlingshäusern nur große Grundstücke für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden. "Hierbei sehen wir insgesamt den Nutzen nicht im Verhältnis zum geplanten Grundflächenverbrauch", so Ulrich Bünstorf (SPD-Obmann im Planungsausschuss). Der Vorschlag der SPD: In Ergänzung zu den Mehrfamilienhäusern solle nur eine Randbebauung von vier bis fünf Häusern umgesetzt werden. Somit lässt sich das ganze Areal als "Baugebiet" deklarieren. SPD und CDU sprachen sich gemeinsam dafür aus, die Verkehrsfrage solange zu verschieben, bis diese SPD-Ankündigung über einen ordnungsgemäßen Antrag im Planungsausschuss diskutiert und entschieden worden sei.

(djm)