Stadt Willich: Weichenstellung für "Zukunft Innenstadt"

Stadt Willich: Weichenstellung für "Zukunft Innenstadt"

Wirtschaftsförderung meldet Erfolge: Gewerbegebiet Münchheide IV zu 88,9, Stahlwerk zu 84,8 Prozent ausverkauft.

Die Willicher Verwaltung wird einen Gesprächskreis "Zukunft Innenstadt" einrichten: Vertreter des Werberings, der Fraktionen und interessierte Einzelhändler sollen sich alle zwei Monate treffen und strategische Projekte begleiten. Das Thema wurde auf Antrag der CDU am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss behandelt. Ziel ist es, die "Akteure" der Stadtteile in die Ausarbeitung eines Einzelhandels-Konzeptes einzubinden. Dabei sollen die individuellen Besonderheiten der Stadtteile berücksichtigt und die Kaufkraft in Willich gehalten werden.

Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) wies daraufhin, dass es bereits einen vergleichbar besetzten Arbeitskreis gibt. Dazu erklärte Guido Görtz (CDU), seine Fraktion beabsichtige, über den Antrag eine feste Einrichtung zu schaffen - und die Technische Beigeordnete Martina Stall präzisierte die Aufgabe: "Bei dem begleitenden Arbeitskreis im Rahmen der Erstellung des Einzelhandelskonzepts geht es um das große Ganze. In dem jetzt von der CDU initiierten Gesprächskreis "Zukunft Innenstadt" stehen die kleinen Nöte der Einzelhändler im Vordergrund."

Rainer Höppner (CDU, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schiefbahn) betonte, dass es wichtig bleibe, die Innenstädte attraktiv zu machen. Er rechnet allerdings weiter damit, dass einzelne Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister ihre Unternehmen aufgeben werden. Für die FDP unterstützte Franz-Josef Stapel (FDP) die Idee eines dauerhaften, festen Arbeitskreises.

Die Wirtschaftsförderung berichtete für 2017 teils Erfreuliches, listete aber auch Probleme auf. Positiv: Drei bereits in Willich ansässige Unternehmen haben insgesamt knapp 8000 Quadratmeter Fläche gekauft und dort entstehen 36 weitere Arbeitsplätze. Die Quote der Leerstände liege bei 4,7 Prozent, das Gewerbegebiet Münchheide IV sei zu 88,9 Prozent ausverkauft, Stahlwerk Becker zu 84,8 Prozent. Er hoffe, dass möglichst bald die Gewerbegebiete Münchheide V und VI vermarktet werden könnten, so Christian Pakusch (CDU).

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Positiv ist die Bilanz bei den Gewerbe-Anmeldungen: Es gab 518 Neu-Anmeldungen und lediglich 472 Gewerbe-Abmeldungen. Auch das Gründerzentrum im Stahlwerk Becker ist gut ausgelastet - Ende 2017 stand nur eine kleine Büro-Einheit leer.

Die Wirtschaftsförderer kümmern sich auch um den Einzelhandel - exemplarisch lobten sie die Ansiedlung eines Blumengeschäftes in Alt-Willich am Kaiserplatz. Der Gebäude-Eigentümer habe sich bei der Mietforderung "sehr kooperativ" gezeigt - im Gegensatz zu anderen Vermietern, die oft unrealistisch hohe Zahlungen verlangen. Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) wies als Positiv-Beispiel auf die Entwicklung der Gaststätte "be dem Bur" in Schiefbahn hin. Dort sei zu Altweiber so viel los gewesen wie seit Jahren nicht mehr. Er bat darum, dass auch das Thema "Nachhaltigkeit" in künftigen Berichten der Wirtschaftsförderung berücksichtigt werde.

Rainer Höppner zeigte sich in der Ausschusssitzung skeptisch, was die personelle Ausstattung der Wirtschaftsförderung in der Stadt Willich betrifft. Diese soll zwar um eine halbe Stelle aufgestockt werden, aber Höppner bezweifelte, dass das ausreiche, damit es "ordentlich vorangeht". Letztlich war er der Auffassung, dass es bei der Aufenthalts- und Verweilqualität in den Ortszentren "an allen Ecken und Enden" hapere.

(djm)