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Willich: Im Kreis wird digital gefunkt

Willich : Im Kreis wird digital gefunkt

Die Sicherheitsbehörden im Kreis Viersen testen ab Januar für sechs Monate den Digitalfunk, der bundesweit eingeführt werden soll. Die Sicherheit der Bürger soll der Probebetrieb nicht beinträchtigen.

Kreis Viersen Das Land Nordrhein-Westfalen startet ab Januar den Härtetest für den Digitalfunk — und der Kreis Viersen ist von Anfang an dabei. Die Sicherheitsbehörden hier sowie in Düsseldorf, Mönchengladbach und den Kreisen Mettmann und Neuss testen das neue Funknetz sechs Monate lang auf seine Funktionsfähigkeit. Die anderen Netzabschnitte im Land folgen nach und nach. "Der Digitalfunk ist das größte deutschlandweite Technologieprojekt für die innere Sicherheit", erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger.

"Die Sicherheit der Bürger wird zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt, weil die Analogtechnik im Hintergrund weiterläuft", erklärt Bernd Klein von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Viersen. Denn dass das neue Netz auf Anhieb reibungslos funktioniert, ist unwahrscheinlich. "Der erweiterte Probebetrieb soll die Schwachstellen der Technik aufzeigen und helfen, diese zu beseitigen", so Klein weiter. Derzeit werden rund 40 Fahrzeuge der hiesigen Polizei mit Geräten ausgestattet, die sowohl digital als auch analog funken können.

Feuerwehr funkt analog

Keine Auswirkungen wird die Testphase auf die Arbeit der Feuerwehren im Kreis haben. "Wir nutzen zunächst weiter die analoge Technik, allerdings wird es Schulungen mit digitalen Handfunkgeräten geben, in deren Rahmen unsere Leute verschiedene Orte abfahren. Dabei wird sich herausstellen, wo es Schwachstellen gibt", sagt Kreisbrandmeister Klaus-Thomas Riedel. In den kommenden Wochen werden zunächst die Führungskräfte mit Grundwissen ausgestattet, um in den folgenden 12 bis 15 Monaten 1200 Feuerwehrleute zu schulen. Rund 80 zusätzliche Schulungen werden nötig sein — laut Riedel ein "gewaltiger Kraftakt".

Die mehr als 100 Fahrzeuge der Wehren im Kreis werden erst umgerüstet, wenn der Digitalfunk eingeführt wird. Denn die Geräte sind nicht billig. Kostet ein Handgerät laut Riedel 300 bis 400 Euro, liegen die Kosten für ein Fahrzeuggerät mindestens bei 1000 Euro. Vermutlich lassen sich die Preise drücken, wenn die Wehren mit Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen eine Einkaufsgemeinschaft bilden.

Trotz des großen Aufwands begrüßt der Kreisbrandmeister die neue Technik. Zwar hätte die Feuerwehr auch in zehn Jahren ihre Aufgaben noch mit analoger Technik erfüllen können, doch gibt es für Riedel neben deutlich höherer Funkqualität und Störungsfreiheit einen entscheidenden Vorteil der digitalen Technik: die Abhörsicherheit. "Es kann im 21. Jahrhundert nicht sein, dass jeder mithören kann, was Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu sagen haben. Es geht den Nachbarn schließlich nichts an, wenn die Frau nebenan gerade eine Fehlgeburt hatte", sagt Riedel. Frage des Tages

(RP)