Stadt Willich: Alleenradweg: Gleise weichen

Stadt Willich: Alleenradweg: Gleise weichen

Auf der alten Bahntrasse von Krefeld nach Mönchengladbach werden jetzt die Schienen für den künftigen Alleenradweg entfernt. Acht Wochen wird das dauern. Im Frühjahr könnte dann der Bau des Radwegs beginnen.

Der Technischen Beigeordneten ist die Erleichterung anzumerken. "Gott sei Dank tut sich jetzt etwas", sagt Martina Stall. Sie steht an der stillgelegten Bahntrasse in der Nähe des ehemaligen Neersener Bahnhofs und beobachtet, wie die Mitarbeiter der Firma "R&S Gleisrückbau" die Schrauben an den Gleisen entfernen. Der Rückbau der alten Schienen ist der nächste Schritt auf dem Weg zum Bau des Alleenradwegs.

Die Stadt Willich hatte Ende 2007 ein rund sieben Kilometer langes Teilstück der stillgelegten Bahntrasse zwischen Krefeld und Mönchengladbach gekauft. Mit dem Ziel, auf dieser Strecke einen asphaltierten Alleenradweg zu bauen. Das Vorhaben ist in das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen "Alleenradwege auf stillgelegten Bahntrassen" aufgenommen worden. 75 Prozent der Baukosten von rund 1,3 Millionen Euro werden vom Land getragen. 364 000 Euro muss die Stadt zahlen.

Genehmigung fehlte

Zuletzt war die Planung ein wenig ins Stocken geraten. Die Stadt musste auf die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) warten, eine Tochtergesellschaft des Landes und der Deutschen Bahn. Die musste für das nötige Entfernen der Schienen einen Antrag ans Eisenbahnbundesamt stellen. Das sollte schon im Mai geschehen sein, wurde aber erst in den vergangenen Wochen gemacht.

Schätzungsweise acht Wochen wird das Entfernen der Schienen nun dauern. Mit Spezialgeräten werden zunächst die Schrauben gelöst, die die Schienen mit den Schwellern verbinden. Mit Schneidbrennern werden die Schienen dann getrennt. "Wir schneiden die Schienen auf etwa sechs Meter, damit wir sie mit einem Bagger auf einen Container verladen können", erklärt Rainer Sreballus, Geschäftsführer der "R&S Gleisrückbau". Die Schienen werden später von großen Schrottaufbereitungsunternehmen auf die von den Abnehmern gewünschten Abmessungen zerkleinert. Ein Meter Schiene wiegt etwa 45 Kilo. Rund 600 Tonnen Stahlschrott entstehen damit in den nächsten Wochen. "Das recycelte Material wird später wieder als Schienen oder auch als Autobleche verwendet", sagt Sreballus. Der Schotter zwischen den Schienen hingegen soll als erste Unterbaulage für den künftigen asphaltierten Radweg verwendet werden.

Geplant ist zudem, an manchen Stellen des künftigen Radwegs die Schienen liegen zu lassen. "Die Radfahrer sollen an möglichst vielen Stellen daran erinnert werden, dass sie auf einer alten Bahntrasse fahren", sagt Uwe Käbe, Projektleiter von Seiten der BEG. Auch alte Kilometersteine sollten nach Möglichkeit aufbereitet und entlang des Radwegs wieder postiert werden. "Das wird eine wunderschöne Strecke", ist der stellvertretende Bürgermeister Dieter Lambertz sicher.

Vermessungsarbeiten folgen

Wenn die Schienen entfernt worden sind, kann die Stadt Willich die weitere Planung vorantreiben. "Dann beginnen wir mit den Vermessungsarbeiten", sagt die Technische Beigeordnete Martina Stall. Parallel soll die Planung in den Fachausschüssen vorangetrieben werden. "Wir müssen endlich zu Potte kommen", sagt der Vorsitzende des Planungsausschusses Fritz-Joachim Kock. Die Technische Beigeordnete ist zuversichtlich, im Frühjahr kommenden Jahres mit dem Bau des eigentlichen Radweges beginnen zu können. "Pünktlich zur Radsaison 2012 könnten wir dann fertig sein."

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(RP)