Wermelskirchen: WiW in der Kritik

Wermelskirchen: WiW in der Kritik

Elf enttäuschte Geschäftsleute haben sich zusammengefunden, um den Nikolausmarkt attraktiver zu gestalten. Sie werfen dem Stadtmarketingverein WiW Untätigkeit und Verfälschung der Tatsachen vor

Unmut über den Stadtmarketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) macht sich jetzt Luft bei den Anliegern der Carl-Leverkus-Straße: Elf Geschäftsleute haben sich im Nachgang zum Nikolausmarkt zusammengetan, weil sie WiW Untätigkeit und Verfälschung der Tatsachen vorwerfen. Ihr Ärgernis und vor allem das ihrer Kunden über den unattraktiven Nikolausmarkt haben sie protokolliert und wollen es heute Abend bei der WiW-Versammlung auf den Tisch bringen. Horst Wild (Café Wild) ist Sprecher der Initiative für einen neuen Nikolausmarkt.

Als Querulanten dargestellt

Zu den elf verärgerten Geschäftsleuten gehört auch Jörg Michels vom Bekleidungshaus Sweetex: "Wir wollen einen Nikolausmarkt, der kurz und knapp statt lang und langweilig ist", sagt er griffig. Ein Wochenende, und zwar am besten das mit dem traditionellen Nikolausumzug, sei vollkommen ausreichend. Der Ansatz von WiW, Leute von auswärts auf einen Weihnachtsmarkt nach Wermelskirchen zu locken, der dann kein richtiger sei, bereite ihm als Geschäftsmann große Probleme: "Wir haben dann die verärgerten Kunden bei uns in den Geschäften, die sich zu Recht über den enttäuschenden Nikolausmarkt beschweren", sagt Michels.

Und er fügt hinzu: "Es gibt hier einige Leute, die sich sehr viel ohne WiW vorstellen können, denn in wirklich wichtigen Fragen wie dem geplanten Uhle-Kaufhaus hören wir von WiW gar nichts. Wo ist WiW? Ich hab' Angst um mein Geschäft!", so Michels wörtlich. Er fühle sich als Einzelhändler bei WiW nicht mehr vertreten, beklagte Michels. Und sowohl Jörg Michels als auch Thomas Wild warfen WiW vor, sie immer als vereinzelte Querulanten dargestellt zu haben, wenn sie Kritik geäußert hätten: "Jetzt, wo wir uns erstmals zusammengetan haben, da mussten wir feststellen, dass wir aber gar nicht alleine sind mit unserer Kritik an WiW", sagten beide. Sie beklagten auch die Diskrepanz zwischen der Darstellung durch WiW und der Realität: "WiW tut immer so, als sei der Nikolausmarkt ganz toll, aber die Wirklichkeit sieht anders aus", sagten Wild, Michels und auch Goldschmied Achim Koch. "Unsere Kunden sagen, der Nikolausmarkt ist doch eigentlich peinlich für Wermelskirchen", berichtet Koch.

Moderater äußerte sich Anna-Rita Fanelli, die eine weitere Zusammenarbeit mit WiW nicht ausschließen möchte. Sie plädiere dafür, gemeinsam mit dem Verein eine Lösung für den Nikolausmarkt zu finden. Sie sagte aber auch, dass aus ihrem Geschäft "ToscAnna", das es erst seit einem Jahr gibt, zeitweilig eine Beschwerdestelle über den Nikolausmarkt geworden sei.

(RP)