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Viersen: Falschparker: Stadt stellt Verfahren ein

Viersen : Falschparker: Stadt stellt Verfahren ein

In den vergangenen Tagen haben einige Autofahrer in der Umgebung des Viersener Bahnhofs Strafzettel für falsches Parken bekommen – zahlen müssen die meisten jedoch nun doch nicht. Bald sollen neue Parkplätze entstehen.

Gute Nachricht für die meisten Autofahrer, die in den vergangenen Wochen in der Umgebung des Viersener Bahnhofs ein "Knöllchen" für falsches Parken bekommen haben: Die Stadt stellt die Verfahren ein, sofern die Autos nicht "deutlich behindernd geparkt haben", teilt Stadtsprecher Frank Schliffke mit. Drei Mal hatte die Stadt Viersen in jüngerer Zeit das Parkverhalten am Bahnhof beobachtet und Strafzettel verteilt. "Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Situation zumindest unklar ist", sagt Schliffke und spricht von einer "Kulanzentscheidung".

Der Pendler Michael Schulz hatte bei der Stadt gegen sein Knöllchen Beschwerde eingelegt und auch die Rheinische Post auf das Thema aufmerksam gemacht. Er parke seit drei Jahren hinter dem Bahnhof auf der Straße "Scheldefahrt" und "Am Steinkreis", und nun habe das Ordnungsamt Knöllchen an alle Fahrzeuge verteilt, die auf den hellen Flächen zwischen den Bäumen und Laternen auf dem Bürgersteig parken. "Fahrzeuge auf den dunklen Flächen erhalten kein Knöllchen", schreibt Schulz der RP. Dass die Stadt die hellen Flächen als Bürgersteig ansieht, ist seiner Meinung nach nicht richtig.

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Die Stadt lenkt nun ein und schreibt alle "Falschparker", die niemanden behindert haben, an, um sie über die Einstellung des Verfahrens zu informieren, oder eröffnet die Verfahren gar nicht erst. Wie viele Autofahrer das sind, wollte Stadtsprecher Schliffke nicht verraten, sprach aber von "mehreren Verfahren". Nun sollen in dem Gebiet Schilder aufgestellt werden, die die Unklarheit beseitigen und deutlich ersichtlich machen sollen, wo man parken darf und wo nicht.

Die Parkplatzsituation am Viersener Bahnhof ist derzeit auch durch die Bauarbeiten am inneren Erschließungsring angespannt. "Es gibt zwar einen Pendlerparkplatz hinter dem Bahnhof, jedoch ist dieser fast immer bereits um 7 Uhr morgens voll", klagt Pendler Michael Schulz. Stadtsprecher Schliffke bestätigt, dass unter anderem vor dem Bahnhof einige Stellflächen weggefallen seien, es gebe aber provisorische Parkplätze – beispielsweise 50 bis 60 am Eichelnbusch in Richtung Freiheitsstraße, die die weggefallenen Plätze am Bahndamm ersetzen sollen. Hinter dem Bahnhof in Richtung Robend gebe es schon seit Längerem einen provisorischen Platz mit 60 bis 70 Abstellmöglichkeiten, der noch bis zum Frühjahr erhalten bleibe. Dieser provisorische Parkplatz wird dann zu einem richtigen Park-and-ride-Parkplatz mit 151 Stellplätzen ausgebaut.

Während dieser Bauarbeiten soll ein provisorischer Parkplatz mit 60 bis 70 Parkmöglichkeiten direkt nebenan für Entspannung sorgen. "Es gibt auch Pläne für einen neuen Platz mit weiteren 100 Parkplätzen. Der Förderantrag an den Verkehrsverbund ist allerdings noch nicht genehmigt", sagt Frank Schliffke. Auch am Bahnhof und am Erschließungsring werde es neue Parkmöglichkeiten geben, sodass es am Ende rund doppelt so viele Parkplätze wie derzeit geben werde, so Schliffke weiter.

(RP)