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Kreis Viersen: Kreispolizei verkauft ihre Motorräder

Kreis Viersen : Kreispolizei verkauft ihre Motorräder

Zwei Kräder aus dem Kreis Viersen sind jetzt in Mönchengladbach im Einsatz. Die hiesige Polizei hat die BMW-Maschinen an die Nachbarbehörde verkauft. Damit setzt sie ihren Plan um, die Motorradstreife abzuschaffen.

Ein Motorradpolizist machte am 24. Oktober in Breyell für die Feuerwehr den Weg frei und regelte den Verkehr, weil am Lambertimarkt ein Sonnenstudio brannte. Die Verkehrslenkung im Fall eines Brandes ist unter normalen Umständen nicht der Rede wert. Aber: Es war einer der letzten Einsätze für das in Kaldenkirchen stationierte Polizei-Krad. Inzwischen ist es ebenso wie eine weitere BMW-Maschine an die Polizei in Mönchengladbach verkauft. Damit macht die Kreispolizei Viersen ernst mit ihrem Plan, die Motorradstreife, bestehend aus insgesamt fünf Maschinen, abzuschaffen.

"Wir haben die beiden Kräder verkauft. Über den Preis kann ich nichts sagen, aber es ist ein übliches Verfahren: Dienstfahrzeuge, die nicht mehr benötigt werden, aber noch fahrtüchtig sind, den anderen Landesbehörden anzubieten", sagte die Sprecherin der Kreispolizei Viersen, Antje Heymanns. Die Motorräder seien dezentral angeschafft worden, das heißt behördenintern und nicht über die Landesstelle für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD). Die verbleibenden drei Motorräder sollen ebenfalls noch verkauft werden, so Heymanns.

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Mit Hilfe des Verkaufserlöses aus den beiden etwa acht und neun Jahre alten Krädern habe sich die Polizei in Viersen ein Fahrzeug für den operativen Dienst der Kriminalpolizei kaufen können, so Heymanns. Nach unbestätigten Informationen der RP sollen die Kräder für 6000 Euro den Besitzer gewechselt haben. Das NRW-Innenministerium bestätigte, dass der Verkauf von dezentral angeschafften Fahrzeugen an andere Behörden ein übliches Verfahren sei. "Künftig wird die Fahrzeugverteilung aber zentral über die Landesstelle für zentrale polizeiliche Dienste geregelt werden", sagte Ministeriumssprecher Joachim Wawrzeniewski.

Die Polizei in Mönchengladbach verfügt nun nach einem Bericht des Innenministeriums über 13 Kräder und zwölf Motorradpolizisten. Allerdings haben die Mönchengladbacher womöglich nicht lange Freude an den beiden Viersener Krädern, denn sie sind nicht digitalfunkfähig. Der Digitalfunk in NRW befindet sich in einer Testphase. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass er im kommenden Jahr offiziell eingeführt wird", sagte der Ministeriumssprecher. "Die Motorräder werden bei uns eingesetzt, wie sie sind", sagte der Mönchengladbacher Polizei-Sprecher Theveßen. "Wenn im kommenden Jahr der Digitalfunk kommt, werden wir umrüsten oder neue Kräder besorgen müssen."

Die Abschaffung der Motorradstreife in Viersen ist Teil einer landesweiten Reduzierung der Motorradstreifen in NRW. Die Zahl der Polizeimotorräder soll bis Frühjahr 2014 von 534 auf 400 und die Zahl der Kradfahrer von 1281 auf 700 sinken. Fünf Millionen Euro sollen so gespart werden. Alle Polizeibehörden erhielten die Aufforderung, den Krad-Bestand und -Einsatz zu überprüfen. Nur zwei Kreispolizeibehörden entschlossen sich freiwillig zur Abschaffung: Viersen und Borken.

In Viersen argumentierte die Polizei, dass Kräder für ein großstädtisches Gebiet und Großereignisse sehr sinnvoll, aber für ihren Landkreis verzichtbar seien. Innerhalb der Polizei aber sorgte die Entscheidung für Unmut. Viele Beamte sind der Ansicht, dass die Kräder bei der Verfolgung auf Feldwegen beispielsweise durchaus hilfreich sind. Die Kritiker argumentieren außerdem, dass Kräder sehr effektiv und Motorradpolizisten auch Sympathieträger seien. "Ich hätte sie nicht abgeschafft, sondern sukzessive auslaufen lassen", sagt Ralf Robertz, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Viersen.

(RP)