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Tönisvorst: Lösung für Parkplatzproblem gefunden?

Tönisvorst : Lösung für Parkplatzproblem gefunden?

Der Neubau an der Kuhstraße in Vorst stand erneut auf der Tagesordnung des Fachausschusses. Bürger haben ihre Bedenken vorgelegt und Unterschriften gesammelt. Sie wollen, dass das Haus nicht so groß wird und mehr Stellplätze bekommt.

Iris Hansen und Gisela Charaf sind nicht ganz zufrieden mit dem Beschluss des Planungsausschusses. Aber immerhin haben die Anwohnerinnen der Kuhstraße und Initiatorinnen einer Unterschriftenliste, die 420 Bürger unterschrieben haben, einen Teilerfolg erzielt. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion soll jetzt nämlich geprüft werden, ob die Mieter des Neubaus, den die Kirchengemeinde Vorst und die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) auf dem Grundstück am Pfarrhaus bauen wollen, die Parkplätze hinter dem Neubau, die zu einem Haus mit der Adresse Eduard-Heinkes-Platz gehören, mitnutzen können.

"Dort gibt es einige freie Stellplätze", weiß Christiane Tille-Gander (CDU), "die Verwaltung möge mit dem Eigentümer sprechen und prüfen, ob diese Parkplätze dem Neubau Kuhstraße zugeordnet werden können." Mit dieser Idee sind auch die anderen Fraktionen einverstanden. "Es ist wichtig, dass wir einen Kompromiss zwischen den Anwohnerinteressen und den Interessen der Investoren finden", sagt Jürgen Cox (Grüne), "der CDU-Vorschlag ist gut und sollte schnell geprüft werden, damit das Vorhaben nicht auf die lange Bank geschoben wird."

Die Anwohner hatten ursprünglich etwas anderes gefordert, nämlich dass der Neubau einen Stellplatzschlüssel von 1,5 bekommt, sprich für die 21 Wohnungen sollen 30 Parkplätze auf dem Grundstück angelegt werden. Kirchengemeinde und GWG hingegen haben 21 Stellplätze eingeplant. Hinzu kommen drei Plätze für das neue Pfarrbüro, das ebenfalls im Neubau seinen Platz findet. Die Anwohner befürchten, dass Besucher und Pflegedienste zu einer erhöhten Nachfrage nach Parkplätzen führten. Auch sei es heute üblich, dass ein Haushalt zwei Autos besitze.

Die Verwaltung weist die Einwände zurück und geht davon aus, dass ein Stellplatz pro Wohneinheit reiche, zumal sieben der 21 Wohnungen öffentlich gefördert seien und es sich bei einigen um Singlewohnungen handle. Auch der Einwand, der geplante Neubau sei zu groß und passe nicht ins Ortsbild, wurde zurückgewiesen. Die Breite des Hauses beträgt an der Kuhstraße rund 39 Meter und weist einen markanten Vorsprung von 2,5 Metern auf, wodurch der Baukörper optisch unterteilt wird. "Vergleicht man die geplanten Abmessungen mit den Baukörpern der direkten Nachbarschaft, stellt man fest, dass es sich um ortstypische Baukörperlängen handelt", schreibt die Verwaltung.

Der Neubau soll am Giebel von Haus 9 angebaut werden. Daher wurde der Neubau mit der gleichen Geometrie des Giebels und den gleichen Trauf- und Firsthöhen geplant. Der rechte, vorspringende Bereich, der in der Flucht der Nebengebäude Haus 13 (Alte Kaplanei) steht, wurde zweigeschossig geplant und ist 1,20 Meter niedriger als die Traufhöhe des Haupthauses. Das vorhandene bisherige Pfarrhaus wird in den Neubau integriert. Generell wird der Neubau von allen Fraktionen begrüßt. "Es ist wichtig, dass sich der Innenstadtbereich entwickelt", findet Uwe Leuchtenberg (SPD), "wir brauchen Wohnraum, besonders diesen bezahlbaren Wohnraum, und sind froh, einen Investor gefunden zu haben."

Letztlich stellt der Planungsausschuss seine Entscheidung für oder gegen den Bau und den Stellplatzschlüssel zurück. Erst soll die Verwaltung prüfen, ob Parkplätze des Nachbargrundstücks genutzt werden können. Der Planungsausschuss will vor der Sommerpause aber noch einmal tagen, um einen Beschluss zu fassen.

(WS03)