Solingen: Weiteren Brücken droht Abriss

Solingen: Weiteren Brücken droht Abriss

94 Jahre alt ist die ehemalige Bahnbrücke am Fallerslebenweg, die heute über die Korkenziehertrasse führt. Ihren Zustand haben Gutachter mit "nicht ausreichend" bewertet. Sie soll deshalb beseitigt werden.

Nicht jedes Geschenk verursacht Freude. Die Stadt Solingen kann davon ein Lied singen. Denn durch eine Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes sind ihr in den 1990er-Jahren per Gesetz die meisten Eisenbahnbrücken auf städtischem Gebiet übertragen worden — samt Unterhaltspflichten. Und weil die Bahn es mit der Instandhaltung nicht so genau genommen hatte, bekam Solingen dadurch jede Menge maroder Bauwerke zugewiesen. "Etwa ein Drittel der sanierungsbedürftigen Brücken sind Bahnbrücken", sagt Karsten Ditscheid vom Technischen Betrieb Straßen und Grün (TBSG). Einen Teil habe sich Solingen aber auch selbst aufgehalst, nämlich durch den Kauf der Korkenziehertrasse.

350 000 Euro für Neubau

Hierzu gehört die Brücke Eipaßstraße (Baujahr 1908). Sie ist in einem so schlechten Zustand, dass eine Sanierung fast so teuer wie ein Neubau wäre. Und da die Brücke unabkömmlich ist — sie verbindet Fürkeltrath mit dem Roggenkamp und der A 46 — hat sich die Stadt für letzteren entschieden. Die Bauarbeiten beginnen in Kürze. In etwa drei Wochen sollen die ersten Baustellenschilder aufgestellt werden, kündigt Ditscheid an.

350 000 Euro seien für Abbruch und Neubau veranschlagt. Die Bauarbeiten sollen — je nach Witterung — vier bis fünf Monate dauern. Die Brückenkonstruktion werde durch eine Tunnelröhre wie nahe der Firma Rabbasol in Wald ersetzt. Mit einer Länge von 26 Metern wird die Straßenunterführung am Eipaß jedoch neun Meter kürzer als der Rabbasol-Tunnel.

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Auch die 94 Jahre alte Brücke am Fallerslebenweg über die Trasse hat ihr Zeitliches gesegnet. Wie bei der Überführung der Klauberger Straße drohen bei ihr Teile herabzufallen. Daher wurde sie bereits mit einem Fangnetz gesichert. Der Abriss wird nach Auskunft von Karsten Ditscheid zurzeit geplant. Das Problem: An der Brücke sind zwei Gasrohre befestigt, die über die Trasse führen und die verlegt werden müssen.

Handlungsbedarf besteht dem Ingenieur zufolge außerdem bei der Wupperbrücke Horn an der Wipperauer Straße. Das Bauwerk aus dem Jahr 1924 ist bei der jüngsten Prüfung durchgefallen, so dass sich die Stadt nun geeignete Maßnahmen überlegen muss. Möglicherweise werden Hilfsstützen gesetzt.

Bahn beteiligt sich finanziell

Insgesamt hat der TBSG 15 Bauwerke — auch Stützwände — aufgelistet, über deren Zukunft er sich angesichts ihres schlechten Zustands und hohen Lebensalters Gedanken machen muss. Die Gleisquerung an der Brückenstraße gehört nicht mehr dazu. Sie wurde vor rund zwei Monaten abgerissen. 455 000 Euro hat der Abbruch gekostet. Die Bahn beteiligt sich mit 99 000 Euro.

(RP)