Baseball Alle Trümpfe in der Hand

Heute beginnt die nächste Mission der Alligators. Bei den Haar Disciples starten die Solinger Baseballer in die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft. Als Nord-Meister ist das Team von Trainer Andy Fleischacker klarer Favorit.

Sie sind zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in den Playoffs. Die Haar Disciples dürften sich glücklich schätzen, dieses Ziel als Vierter der Baseball-Bundesliga-Süd erreicht zu haben. Gegen die Solingen Alligators, die sich erneut die Nord-Meisterschaft sicherten, ist die Mannschaft aus der Nähe Münchens nun klarer Außenseiter. Aber sind sie auch chancenlos?

Wenn der Erste auf den Vierten trifft, sprechen die Ergebnisse in der Vergangenheit klar für die Meister des Nordens und Südens. Die letzte Mannschaft, die es als Vierter geschafft hat, den Ersten aus den Entscheidungsspielen um die Deutsche Meisterschaft zu werfen, waren die Solingen Alligators. In ihrem ersten Jahr in der Bundesliga schlugen die Klingenstädter Süd-Meister Mannheim Tornados sensationell mit 3:1. Die Saison 2003 geriet so zu einem Meilenstein der Solinger Baseball-Historie. Daher sollten die Alligators gewarnt sein und wissen, was bei der ersten Playoff-Teilnahme alles möglich ist.

Ihre Playoff-Premiere haben sich die Haar Disciples redlich verdient. Jeweils einmal schlug die Truppe mit Regensburg und Heidenheim die Top-Teams des Südens, gegen die schwächeren Mannschaften gewann die Truppe zumeist souverän. Stark wird die Mannschaft vor allem durch einige Ausländer aus den USA sowie diverse EU-Importe. Offensiv überzeugen die beiden US-Amerikaner Ty Eriksen und Zach Kim mit guten Statistiken, auf dem Wurfhügel ist Landsmann Calvin Brutus im zweiten Spiel gesetzt. Dabei fällt jedoch die schwache Homerun-Bilanz der Haarer auf. Nur drei lange Bälle gelangen den Disciples, während die Alligators 19 Mal über den Zaun schlugen.

Nicht nur deshalb haben die Solinger Baseballer alle Trümpfe in der Hand. Nach den vom Deutschen Baseball Verbandes vom Weyersberg nach Dortmund verlegten Nachholspielen, treten die Alligators mit noch mehr Leidenschaft an — die Wut im Bauch macht es scheinbar möglich.

Bestens gerüstet

Trainer Andy Fleischacker sieht seine Mannschaft bestens gerüstet: "Wir verfügen dieses Jahr über herausragende Werfer." André Hughes, der am Mittwoch gegen Pulheim nur drei Durchgänge auf dem Mound stand, beginnt die erste Partie. Josh Rickards, den Fleischacker in den Nachholspielen gänzlich schonte, tritt im zweiten Spiel an. Dahinter stehen Jens Cornelsen und Nils Hartkopf bereit. "Ich kann mir kaum vorstellen, besser aufgestellt zu sein", freut sich der Coach. Offensiv rechnet der Trainer nicht mit einem Rückschritt, wie er in den vergangenen Spielzeiten häufiger zu spüren war. "Das liegt vor allem daran, dass wir auch in der Nord-Liga immer wieder auf Top-Pitcher getroffen sind", erläutert Fleischacker. Daher dürfte die Umstellung auf die traditionell starken Werfer der Süd-Liga nicht so gewaltig sein.

"Ich bin überzeugt, dass wir dieses Jahr Deutscher Meister werden können", hatte Fleischacker schon vor zwei Wochen gesagt. Die Mission beginnt jetzt mit zwei Spielen in Haar. Nächstes Wochenende sind die Disciples in Solingen zu Gast. Ins Halbfinale zieht das Team ein, das zuerst drei Partien gewinnt.

(RP)