Solingen: Neue Gesamtschule Höhscheid mit neuen Lernkonzepten

Solingen: Neue Gesamtschule Höhscheid mit neuen Lernkonzepten

Seit Beginn des neuen Schuljahrs läuft der Unterricht bereits, nun wurde die vierte Gesamtschule am Standort der Hauptschule Höhscheid offiziell eingeweiht. "Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen", hieß es im Lied des Schulchors gestern bei der offiziellen Einweihungsfeier.

Zwölf Lehrer sowie Sonderpädagogen, für die eineinhalb Stellen eingerichtet wurden, kümmern sich hier um die ersten 108 Fünftklässler. So viele Anmeldungen seien bei einer neu gegründeten Schule die Ausnahme, unterstrich Thomas Keller, Schuldezernent der Bezirksregierung Düsseldorf. "Das drückt das Vertrauen der Eltern in die Schulform aus."

Oberbürgermeister Norbert Feith blickte zurück auf die Entwicklung und betonte: "Die Vernunft hat sich durchgesetzt". Entscheidend sei die Erkenntnis gewesen: "Die Hauptschule wird in Solingen nicht mehr angenommen." Deshalb habe der Stadtrat den Beschluss zur Einrichtung der vierten Gesamtschule in Solingen und zum Auslaufen der Hauptschule Höhscheid getroffen. Nach langen Jahren der Diskussion bestehe mit diesem Konsens eine wertvolle Grundlage.

Bis 2018 sollen mehrere Millionen Euro aus der Schulpauschale des Landes investiert werden. Davon soll ein 700 Quadratmeter großer Neubau realisiert werden, eine weitere Million soll in die Ausstattung der Schule fließen. Die Konsequenz für die städtische Schulpolitik sei, dass in den nächsten Jahren der Akzent bei der Gesamtschule Höhscheid liege, so Feith.

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Schulleiter Dirk Braun stellte das Leitbild vor: "Unsere Schule ist ein gesunder Lern- und Lebensraum für alle. Verbindlich, selbstständig, vertrauensvoll." "Gesund" sei dabei nicht nur im Sinne von körperlicher Gesundheit, sondern auch von Zufriedenheit der Beteiligten zu verstehen. Mit "alle" solle Inklusion nicht nur auf Menschen mit Behinderung bezogen werden, sondern auf jegliche Verschiedenheit, wie etwa Geschlecht, Herkunft oder Religion. Das Lernkonzept sieht je nach Unterrichtsfach verschiedene Lernformen vor. So erfolgt die Arbeit in Deutsch, Englisch und Mathematik individualisiert und an das Tempo des Schülers angepasst im "Lernbüro".

In Fächern Naturwissenschaften, Arbeitslehre, Religion und Gesellschaftslehre findet der Unterricht hingegen in der Gruppe statt. Diese Fächer werden alle vier Wochen, konzentriert für jeweils eine Woche, im Block unterrichtet, was projektorientiertes Arbeiten ermöglicht. Der dritte Baustein ist der Wahlbereich mit Kunst, Sport, Musik und den Arbeitsgemeinschaften. Hier werden aktuell 21 "Werkstätten" angeboten.

(bjd)
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