Mühlenstraße in Solingen Nadelöhr bis September

Solingen · Unwetter haben dafür gesorgt, dass auf der Baustelle des Viehbachsammlers schon verlegte Rohre und frischer Beton weggespült wurden. Jetzt muss noch einmal neu gebaut werden - und die Autofahrer stehen in Ohligs länger im Stau.

Autofahrer, die in Ohligs unterwegs sind, brauchen augenblicklich vor allem eines: gute Nerven. So wird es im Zuge der Bauarbeiten für den neuen Viehbachsammler gerade in den Rushhour-Zeiten rund um die Mühlen- beziehungsweise die Höhscheider Straße bisweilen ziemlich eng. Und das dürfte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn wie die Stadt Solingen in dieser Woche auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wird das dortige Nadelöhr - entgegen früherer Planungen - nun wohl erst im September wieder beseitigt sein.

Eine schlechte Nachricht vor allem für jene Pendler, die zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs in den frühen Morgenstunden sowie an den Nachmittagen nach Ohligs herein- oder aus dem Stadtteil herausfahren wollen. Da die Strecke nämlich eine von nur wenigen direkten Verbindungen der Viehbachtalstraße nach Ohligs darstellt, entwickelt sich der Engpass in Höhe der Baustelle an der Mühlenstraße immer wieder zu einem Flaschenhals - und die Autofahrer stehen im Stau.

Dabei hätten die Baumaßnahmen unter der Brücke der Viehbachtalstraße schon längst abgeschlossen sein sollen. So war ursprünglich einmal vorgesehen gewesen, die Arbeiten in der Senke bis spätestens Januar zu beenden. Doch dann machte zunächst der nasse bergische Winter den Verantwortlichen im Rathaus einen Strich durch die Rechnung, ehe zuletzt der nicht minder regenreiche Frühling für weitere Verzögerungen auf der Baustelle sorgte.

Besonders ärgerlich diesmal: Eigentlich waren die Bauarbeiter im April mit ihren Arbeiten im Bereich Mühlenstraße/Höhscheider Straße bereits richtig weit fortgeschritten gewesen, als laut Stadtverwaltung "zwei Starkregen-Ereignisse" alle bisherigen Mühen quasi mit einem Schlag wieder zunichte machten. "So wurden beispielsweise Rohre und frischer Beton weggespült", sagte jetzt eine Rathaus-Sprecherin, die ferner betonte, nach momentanem Stand sei mit der Behebung der Schäden bis Ende September zu rechnen.

Gleichzeitig sind die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung nach wie vor optimistisch, den Gesamtfahrplan zum Neubau des Viehbachsammlers einhalten zu können. "Eine Baumaßnahme dieser Größenordnung wird in Bauabschnitten und mit Pufferzeiten geplant", verdeutlichte die Sprecherin der Stadt. Und dies habe wiederum zur Folge, dass man bis auf Weiteres am Fertigstellungsdatum 2020 festhalte.

Ohnehin sind die Verantwortlichen im Solinger Rathaus - abgesehen von den beschriebenen Verzögerungen an der Mühlenstraße - mit dem Gesamtverlauf der Großbaustelle Viehbachsammler durchaus zufrieden. So hätten die bisherigen Erfahrungen während der vergangenen Monate gezeigt, dass der Verkehr auf der Viehbachtalstraße selbst "nahezu störungsfrei" laufe, hieß es in den zurückliegenden Tagen aus der Verwaltung. Was dazu führt, dass sich die mit der Baustelle befassten Beamten zurzeit ernsthafte Gedanken machen, die aktuell geltende einspurige Verkehrsführung auf beiden Seiten der Stadtautobahn bis Ende dieses Jahres zu verlängern.

Der Hintergrund dieser Überlegungen: Zu Beginn der Baumaßnahme im Jahr 2016 war angedacht gewesen, den Umschluss der Viehbachstraßen-Entwässerung an den neuen Viehbachsammler erst zu einem relativ späten Zeitpunkt vorzunehmen. Dazu wäre es jedoch notwendig, die augenblickliche Verengung auf der "Vieh" ein weiteres Mal einzurichten - was für die Stadt mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre.

Ausgaben, die sich das Rathaus sparen könnte, wenn es möglich wäre, den besagten Umschluss vorzuziehen. "Die momentanen Einschränkungen würden zwar länger dauern, aber auf eine wiederholte Baustelleneinrichtung könnte verzichtet werden", umriss die Sprecherin der Stadt dementsprechend nun noch einmal die aus Sicht der Verwaltung bestehenden Vorteile einer Fahrplanänderung auf der Baustelle.

Die Errichtung des neuen Viehbachsammlers ist eine der größten Baumaßnahmen während der zurückliegenden Jahre in der Klingenstadt. Ziel der Verantwortlichen ist es, bis Anfang des kommenden Jahrzehnts die Ableitung von sogenanntem Mischwasser aus dem Viehbach, das später im Wasserwerk Ohligs gefiltert werden muss, auf den technisch neuesten Stand zu bringen.

So verlegen die Technischen Betriebe Solingen auf einer Länge von rund viereinhalb Kilometern sowie parallel zur Stadtautobahn unter anderem moderne Rohre. Darüber hinaus werden - wie am Übergang der Mühlenstraße auf die Höhscheider Straße - Einstiegsgruben zu Kanalnetz gebaut. Diese sind wichtig, da der Viehbachsammler nach seiner Fertigstellung im übernächsten Jahr ständig kontrolliert werden muss.

(or)