Solingen: Klinikum investiert trotz schwieriger Zeit

Solingen: Klinikum investiert trotz schwieriger Zeit

Im Städtischen Klinikum wurde die Pflegegruppe E 31 mit rund 1,2 Millionen Euro auf den neuesten Stand der Dinge gebracht - vor allem in Sachen Brandschutz und digitaler Technik. Weitere Sanierungen stehen an.

Einen positiven Jahresabschluss für 2017 wird das Städtische Klinikum nicht schreiben. "Es war kein einfaches Jahr", sagt Geschäftsführerin Barbara Matthies, ohne Angaben über die Höhe des Defizites zu machen. Denn zurzeit beschäftigen sich die Wirtschaftsprüfer mit dem Zahlenwerk des kommunalen Hauses mit Maximalversorgung. Ende Mai wird sich der Aufsichtsrat damit beschäftigen. "Das Defizit ist auch den Investitionen geschuldet", sagt Aufsichtratsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver.

Foto: Köhlen Stephan

Er ist deshalb zuversichtlich. Denn der vor drei Jahren eingeschlagene Weg, im über 40 Jahre alten Haus an der Gotenstraße trotz negativer Jahresabschlüsse weiter zu sanieren, sei zwar schwierig, gleichwohl aber notwendig. "Voraussichtlich werden wir auch im laufenden Geschäftsjahr 2018 noch ein Defizit haben. In den übernächsten Jahren aber voraussichtlich wieder zumindest die schwarze Null schreiben", so Müller-Stöver.

Die Investitionen, da ist sich der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums sicher, zahlen sich in naher Zukunft aus. Gestern stellte das Städtische Klinikum eine davon vor - die sanierte und modernisierte Pflegegruppe E 31 (Kardiologie). Dort wurden in den vergangenen Monaten 1,2 Millionen Euro verbaut. "Eine aufwendige Sanierung in schwieriger Zeit ", räumt der medizinische Geschäftsführer, Prof. Dr. Thomas Standl, ein, zumal derzeit jeder Euro im Klinikum umgedreht, bevor er ausgegeben werde.

Doch insbesondere Investitionen in Brandschutz (Rauchmelder wurden in jedem Zimmer installiert) und die digitale Technik (zehn Kilometer Kabel verlegt) wurden bei der Sanierung der Pflegegruppe E 41 mit den 40 Betten umgesetzt. Neue Fliesen, Farben und Licht - "die Station der Zukunft", so Verwaltungsdirektor Hans-Jörg Schwarz, wurde binnen eines halben Jahres neu gestaltet.

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Die Patienten in den Drei- beziehungsweise Zwei-Bett-Zimmern müssen sich zudem nicht mehr ein TV-Gerät teilen. Alle Betten wurden mit einem Monitor ausgerüstet. Während des Umbaus wurden Betten im Haus G 11 und in anderen Abteilungen des Klinikums genutzt. Der bisherige, angeblich wenig genutzte Aufenthaltsraum der Pflegegruppe E 31 wurde zu einem Arztzimmer umfunktioniert.

Leergeräumt und mit Sanierungsarbeiten begonnen wurde zudem die ebenfalls zur Kardiologie gehörende Pflegegruppe E 32 in der dritten Etage des Hauses E. Hier werden ebenfalls einige hunderttausend Euro investiert. Voraussichtlich im Herbst werden die Bauarbeiten dort erledigt sein. Auch hier werden 40 Betten vorgehalten. "Weitere fünf Stationen werden in den kommenden Jahren in Angriff genommen", sagt Hans-Jörg Schwarz mit Blick auf den Sanierungsplan.

Die neue Station E 31 kommt jedenfalls gut an. "Sie wirkt freundlich und optimistisch, eine zweckmäßige Logistik wurde umgesetzt, und es gibt Klarheit in der Linienführung", meint Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister, Chefarzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin. Mehr Raum, Komfort und Lagerfläche gibt es nach dem Umbau und der Modernisierung auch für die Pflegekräfte auf der Station - "insgesamt eine bessere Optik", lobt die stellvertretende Pflegedirektorin Heike Zinn.

Das alles freut Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Er machte sich gestern ein Bild von den Sanierungsarbeiten und kündigte an: "Wir werden weiter in das Haus der Maximalversorgung investieren."

(uwv)