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Solingen: Hochhaus-Bohème

Solingen : Hochhaus-Bohème

Die in Berlin lebende Theater- und Opernregisseurin Anja Horst wurde in Solingen geboren. Ende September begeisterte sie mit ihrer Inszenierung "La Bohème im Hochhaus".

"Irgendetwas an Solingen lässt mich bis heute nicht los und immer wieder in die Stadt zurückkehren", sagt Anja Horst. Die erfolgreiche Theater- und Opernregisseurin begeisterte zuletzt mit ihrer Inszenierung von "La Bohème im Hochhaus" für das Schweizer Fernsehen. "Dies ist bisher das Projekt mit der breitesten Öffentlichkeitswirkung", sagt Horst. Noch nie habe sie so ein großes Publikum erreicht.

Nur ihre ersten fünf Lebensjahre verbrachte die 1966 geborene Regisseurin in Solingen. "Ich habe auf der Felder Straße gelebt", erzählt Anja Horst. Später zog die Familie nach Köln, wo Horst bis zum Abitur wohnte. Anschließend studierte Anja Horst in Erlangen Theaterwissenschaften, Psychologie und Geschichte. 1995 wurde die Solingerin, die in Berlin lebt, Regieassistentin am Schauspiel des Theaters St. Gallen. Zahlreiche berufliche Stationen und Regiearbeiten folgten. So leitete Anja Horst das Internationale Kinder- und Jugendfestival "Triangel" und war bis 2004 Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters in St. Gallen. Im gleichen Jahr erhielt sie in Zürich den Förderpreis für junges Theater. Im Jahr 2005 gründete Horst das Junge Theater Eisenach, dessen Leiterin sie auch ist.

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Romeo und Julia mit Behinderten

"Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir besonders am Herzen", betont sie. Als einen ihrer wichtigsten Schwerpunkte bezeichnet die Theaterregisseurin und Dramaturgin die Arbeit mit behinderten Menschen. "Seit 2005 realisiere ich verschiedene Projekte mit Behinderten und es ist für mich eine Bereicherung und große Freude", unterstreicht sie. Die Inszenierung von "Romeo und Julia" mit behinderten Menschen und Schauspielern bezeichnet die Künstlerin, die als Gastdozentin an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch tätig ist, als ihre "intensivste Arbeit". Immer wieder ist es ihr Ziel, neue Blickwinkel einzunehmen und andere Menschen als die üblichen Zielgruppen für das Theater und die Oper zu begeistern: Kinder, Jugendliche, Behinderte und Menschen, die sich bisher nicht für Kultur interessiert haben.

Aufwändige Produktion

So auch bei "La Bohème im Hochhaus": Giacomo Puccinis Oper versetzt sie an neue Schauplätze in den Alltag Berns. Die Vorbereitungen für die aufwändige Produktion, die Hunderttausende von Zuschauern an den Bildschirmen erreichte, begannen im Mai.

In Solingen hat Anja Horst bisher noch nicht gearbeitet. "Es würde mich jedoch reizen, auf Solinger Bühnen etwas zu inszenieren, auch wenn es dafür noch keine Pläne gibt", sagt die Wahlberlinerin. Jedes Jahr sei sie jedoch mindestens einmal in ihrer Geburtsstadt. Anja Horsts Eltern leben mittlerweile in Düsseldorf, jedoch besucht sie in der Klingenstadt nach wie vor Bekannte und Verwandte. "Und immer wenn ich in Solingen bin, esse ich ein Fischbrötchen in der Innenstadt", verrät Anja Horst.

(RP)