Solingen: Eine Kult(ur)stätte wird 20 Jahre alt

Solingen: Eine Kult(ur)stätte wird 20 Jahre alt

Seit der Gründung im Oktober 1994 hat die Cobra Höhen und Tiefen durchgemacht. Inzwischen steht sie finanziell auf gesunden Beinen. Am morgigen Sonntag wird in Merscheid mit einem "Tag der offenen Tür" groß gefeiert.

Es begann vor 20 Jahren. Der Verein "Die Provinz lebt" eröffnete das Kino "Cobrafilm" an der Merscheider Straße. "In den Jahren danach gab es dann diverse Leute, die die Leitung übernommen haben", blickt Anja Herrmann zurück. Sie selbst hat 1997 in der Cobra angefangen und 2012 die Geschäftsführung übernommen.

Der Cobra-Vorstand im Jahr 1999: Jürgen Beu, Michael Voos, Jörg Stuhldreier und Uli Kalkum (v.r.) . Letzterer schaffte es mehrfach, die drohende Insolvenz abzuwenden. Foto: Kempner (2) / Radtke

Es gab Höhen und Tiefen, aus dem Kino wurde ein Kulturzentrum. Die Schulden wuchsen, Uli Kalkum wurde als Notvorstand eingesetzt. "Das Ganze endete leider irgendwann in der Insolvenz", erklärt Herrmann. Aber das Verfahren hatte eine reinigende Wirkung. "Wir hatten keine Schulden mehr." So konnte ein Neuanfang gewagt werden. Gegründet wurde 2009 eine gemeinnützige GmbH.

"Das hat sich bewährt", freut sich Anja Herrmann. "Wir haben so hohe Besucherzahlen wie noch nie." Dabei erreicht die Cobra mit ihren Angeboten alle Altersschichten. "Kinder, Jugendliche, Mittelalter, aber auch die Senioren. Keiner hat Berührungsängste." Und genau das ist das Ziel des Cobra-Teams. "Wir wollen Angebote machen für alle Menschen der Stadt", betont Anja Herrmann.

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Viele Größen sind in den vergangenen 20 Jahren in der Cobra aufgetreten. Eric Burdon, Manfred Mann, Peter Kraus - um nur einige zu nennen. Inzwischen ist man etwas vorsichtiger geworden. "Wir suchen nicht mehr die ganz großen Namen", erklärt die Geschäftsführerin. "Wir wollen kein finanzielles Risiko eingehen." Für die großen Namen ist der Saal schließlich zu klein. Doch in diesem Jahr wird doch noch mal ein Großer in der Cobra spielen: Klaus Doldinger kommt am 26. Oktober. "Wir dachten, 20 Jahre Cobra, das muss man doch ein bisschen feiern", meint Herrmann.

Neben den Veranstaltungen und dem anspruchsvollen Kinoprogramm hat das Cobra-Team - drei Festangestellte und sechs Aushilfskräfte - auch das Jugendtheater "Trying Babylon" ins Leben gerufen. Seit 2006 erarbeiten Jugendliche unter Anleitung von professionellen Theaterpädagogen ihre eigenen Stücke. Ausschnitte aus dem aktuellen Stück sind am 5. Oktober während des "Tags der offenen Tür" zu sehen. Ab 15 Uhr lädt das Cobra-Team zur Jubiläumsfeier ein. Neben "Trying Babylon" sorgt ein buntes Programm mit dem Ensemble Profan, Peter Enke, der Amazing Dance Company oder "Darklight" für abwechslungsreiche Stunden.

Und wie geht es weiter in der Cobra ? "Wir werden das Konzept weiterführen", verspricht Anja Herrmann. Altbewährtes wird es weiterhin geben, und Neues wird ausprobiert. So etwas wie das Veggie-Fest, das auch beim zweiten Mal ein riesiger Erfolg war. So steht schon der Termin für das dritte Veggie-Fest im nächsten Jahr fest. "Auch das Kino wollen wir ausbauen." Keine Großprojekte, dafür aber ein Programm für alle Menschen der Stadt.

(sue)
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