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Solingen: Einen Stadtteil-Laden für ein schöneres Burg

Solingen : Einen Stadtteil-Laden für ein schöneres Burg

Stadtplaner und Stadtverwaltung präsentierten die Vorschläge, die mit den Bürgern erarbeitet wurden.

Dem Stadtteil Burg soll wieder auf die Beine geholfen werden. Vorschläge dafür präsentierten Verwaltung und Stadtplaner den Bürgern jetzt in der vollbesetzten Turnhalle. Seit Anfang des Jahres wird vom Stadtplanungsbüro Dr. Jansen gemeinsam mit der Stadt und den Bürgern ein sogenanntes "Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept" erstellt. Das Konzept enthält Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtteils und ist notwendig, um Anträge für Fördergelder zu stellen.

Eine Bestandsaufnahme der Stadtplaner im Frühjahr hatte ergeben, dass die Bevölkerung Burgs schneller schrumpft als andernorts und zugleich älter ist, viele Gebäude nicht im besten Zustand sind und es an Aufenthaltsmöglichkeiten mangelt. Bei einer ersten Stadtteilkonferenz im April wurden Anregungen gesammelt und in der Folge von Bürgern, Stadtplanern und Verwaltung an Runden Tischen diskutiert. Die vorgestellten Maßnahmen sind das Ergebnis dieses Prozesses.

Im Handlungsfeld "Wohnen, Denkmal- und Stadtgestaltung" wurde vorgeschlagen, ein Konzept "Zukunft Wohnen in Burg" zu erstellen, um eine Stabilisierung des Bevölkerungsstands zu erreichen. Eine überregionale Marketingaktion könnte die Attraktivität des Stadtteils hervorheben und Familien anregen, sich hier anzusiedeln.

Um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ging es im Handlungsfeld "Öffentliches Grün und Freiraum". Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine "Inszenierung der Stadtteileingänge". Verbesserte Zugänge zur Wupper im Bereich der Wupperinsel könnten dazu beitragen, einladende Orte zu schaffen. Vorgeschlagen wurde außerdem die Wiederbelebung des brachliegenden Sportplatzes in Oberburg.

Großes Thema beim Handlungsfeld "Straßen, Mobilität und Wege" war die Gestaltung der Ortsdurchfahrt Eschbachstraße, von der Fußgänger und Anwohner profitieren sollen. Zur Verbesserung der Verkehrssituation wurde die Schaffung eines Entlastungsparkplatzes in Oberburg angeregt. Die Nahverkehrsverbindungen sollen auf den Prüfstand und Fuß- und Radwege im Allgemeinen aufgewertet werden.

Die Einrichtung eines Stadtteil-Ladens war im Handlungsfeld "Infrastruktur, lokale Ökonomie und Tourismus" der wichtigste Vorschlag, um das Defizit der fehlenden Grundversorgung vor Ort zu beheben. Das seit vier Jahren vorliegende Hotel- und Gastronomiekonzept soll umgesetzt werden, zudem ist die Sanierung der Turnhalle als Stadtteilraum denkbar. Das "Integrierte Handlungskonzept" soll bis Ende Oktober fertiggestellt sein, danach beginnen die Gespräche mit Fördergebern.

Da Stadtteil und Schloss aufs engste miteinander verbunden sind, stellte Annette Nothnagel von der Bergischen Entwicklungsagentur zudem das "Integrierte Nutzungskonzept" für das Schloss vor, das in diesem Jahr entstanden ist. Es betont vor allem Sanierung, Schutz und Erlebbarkeit des Denkmals und sieht neben Sanierungsmaßnahmen für das Schloss auch eine Überarbeitung des Museums vor. Der erste Förderantrag soll noch 2014 gestellt werden.

(RP)