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Rommerskirchen: Einbrüche: Polizei verstärkt Vorbeugung

Rommerskirchen : Einbrüche: Polizei verstärkt Vorbeugung

In Rommerskirchen wird wieder mehr eingebrochen. Die Beamten setzen auf höhere Sicherheit durch umgerüstete Häuser und Wohnungen. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen hat sich laut Polizei 2013 mehr als verdoppelt.

Das vielzitierte "subjektive Sicherheitsgefühl" der Bürger ist in der Regel deutlich schneller beeinträchtigt als es die per Zahlen zu belegende objektive Bedrohungslage rechtfertigen würde. Einmal abgesehen davon, dass dies Opfern von Einbrüchen nicht viel hilft, hat sich die Zahl der (Wohnungs-)Einbrüche in Rommerskirchen in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich erhöht.

Allein in den vergangenen beiden Wochen gab es Einbrüche in Anstel und in Oekoven. Entgegen dem allgemeinen Trend haben sich die Einbruchdiebstähle im vergangenen Jahr vermehrt. Vergleichsweise "spektakuläre" Einbrüche in die Nettesheimer Pfarrkirche St. Martinus oder das Oekovener Jugendheim St. Briktius im vergangenen Dezember sind dafür nur zwei besonders markante Beispiele. Während die Kreispolizeibehörde 2013 im Vergleich zum Vorjahr über 20 Prozent weniger Straftaten registriert hat (Rückgang in absoluten Zahlen um 152 auf 586), ist die Zahl der Einbrüche von 38 auf zuletzt 44 gestiegen (plus 15,8 Prozent). Erfahrungsgemäß war in der "dunklen Jahreszeit" ein besonders hoher Anstieg zu verzeichnen. Laut NRW-Innenministerium gab es 2013 von Januar bis Ende Oktober 29 Einbrüche, jedoch allein in den letzten beiden Monaten des Jahres 15.

Deutlich zugenommen hat bei den Einbrüchen die Aufklärungsquote: Konnte die Polizei 2012 lediglich in knapp acht Prozent der Fälle Tatverdächtige ermitteln, waren es zuletzt 18,2 Prozent. Entgegen wirken will die Polizei den zunehmenden Einbruchsdelikten mit der Informationskampagne "Riegel vor!". Die Bürger sollen demnach Haus und Wohnung sichern, aufmerksam auf Nachbarn und Umgebung achten sowie verdächtige Beobachtungen unter dem Notruf 110 sofort an die Polizei weitergeben. Wichtigster Punkt ist für Franz-Josef Rytlewski vom Kommissariat Vorbeugung, dass "das Haus oder die Wohnung, egal ob Eigentums- oder Mietwohnung, mechanisch sicher ist". Hinzu komme die etwa durch Alarmanlagen zu gewährleistende elektronische Sicherheit. "Wenn das Haus oder die Wohnung nach DIN-Vorschriften normgesichert ist, handelt es sich immer noch nicht um eine Burg, aber die Täter kommen nicht rein", sagt der Kriminalhauptkommissar.

Aus langjähriger Erfahrung, unter anderem bei vielen Informationsveranstaltungen mit Bürgern, weiß Rytlewski, dass vor allem die Kosten für eine einbruchsichere Umrüstung schrecken. Wenn Firmen allein für einbruchsichere Fenster einen Kostenvoranschlag von knapp 5000 Euro präsentieren, scheuen halt nicht wenige zurück. "Sicherheit hat etwas mit Kosten zu tun", sagt Franz-Josef Rytlewski. Möglich seien auch weniger kostspielige Lösungen, doch "umsonst gibt es nichts", so der Präventionsexperte.

Bei der Grevenbroicher Seniorenmesse am vergangenen Wochenende "war den Leuten schon klar, dass Sicherheit etwas kostet", sagt der Hauptkommissar. Zur Minimalprävention gehören jedoch Hausbesuche von Vertretern des Kommissariats Vorbeugung, die in den Häusern und Wohnungen besonders neuralgische Punkte in Augenschein nehmen und den Eigentümern oder Mietern Tipps geben, wie sich möglichst wirksam der Riegel vorschieben lässt, um Einbrecher fern zu halten.

(S.M.)