Lintorf: Stadt prüft Amok-Alarm aller Schulen

Lintorf: Stadt prüft Amok-Alarm aller Schulen

Der Amok-Fehlalarm und die Pannen am Lintorfer Schulzentrum haben ein politisches Nachspiel: Schuldezernent Rolf Steuwe ging jetzt auf den Antrag der Bürger Union ein, die eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse gefordert hatte.

Der Erste Beigeordnete betonte, dass eine unbekannte Person diesen Alarm verursacht habe. Im Falle eines Alarms werde die Polizei nicht automatisch benachrichtigt, erklärte er - was Polizeisprecher Uli Löhe gestern auf RP-Anfrage bestätigte.

Löhe betonte jedoch: "Die Polizei sollte in der Maßnahmen-Kette im Fall der Fälle ganz oben stehen." Anders ausgedrückt: Eine schnelle Benachrichtigung hat oberste Priorität. Steuwe betonte, dass man alle Alarm-Anlagen an den Schulen noch einmal getestet habe, "alles funktioniert einwandfrei".

Bürgermeister Klaus Konrad Pesch stellte fest, dass in erster Linie die Schulen verantwortlich seien, bei einem möglichen Amok-Fall die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und diese reibungslos umzusetzen. Der Verwaltungschef und Steuwe erhalten übrigens in einem möglichen Krisenfall sofort eine SMS.

Klar ist: Die Stadt will in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, den Kriseninterventionsteams und der Polizei im neuen Jahr noch einmal die Sinne dafür schärfen.

Was war genau in Lintorf passiert? Am Dienstag, 5. Dezember, hatte ein Vater um genau 8.34 Uhr eine Whatsapp seiner Tochter erhalten. Am Kopernikus-Gymnasium gebe es einen Amok-Alarm, Näheres sei nicht bekannt. Der besorgte Vater fuhr zur Schule, traf dort um 8.53 Uhr ein. "Als ich ankam, war noch keine Polizei da", erzählte er. Erst später seien Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen eingetroffen.

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Die Polizei betonte, dass man vom Hausmeister der Schule informiert worden sei. Es habe bei der Alarmierung der Einsatzkräfte aber keine zeitlichen Verzögerungen gegeben.

Da war die Schule anderer Meinung. "Weisungsgemäß haben alle Beteiligten im Gymnasium die Türen verschlossen und auf das Eintreffen der Sicherheitskräfte gewartet, was im Ernstfall binnen weniger Minuten der Fall sein sollte. Heute geschah dies allerdings nicht, worauf wir bei der Polizei nachfragten", schrieb Schulleiter Roland Loos in einer ersten Information an die Eltern, die auf der Homepage der Schule veröffentlicht ist. Wie Loos weiter erklärte, sei ein Notruf zu den Sicherheitskräften nicht durchgeschaltet worden.

Eine Mutter berichtete, die Lehrerin ihrer Tochter sei nicht über das Zeichen des Alarms informiert worden. "Sie wollte die Klasse verlassen, weil sie dachte, es sei eine Feuerübung", schrieb die Mutter. Auch sei die Situation nicht aufgelöst worden. "Eine Durchsage des Schulleiters ist nicht das verabredete Zeichen, dass alles okay ist", hieß es.

Insgesamt habe es eine knappe halbe Stunde gedauert, bis dann nach der Durchsuchung aller Schulräume auf Weisung der Sicherheitskräfte Entwarnung gegeben werden konnte, so Loos. Inzwischen hatten zahlreiche Kinder ihre Eltern per Handy informiert und blieben mit ihnen per Whatsapp in Kontakt.

Die Schüler hätten auf den Vorfall ganz unterschiedlich reagiert, erklärte der Schulleiter. Er habe den Lehrern freigestellt, individuell zu verfahren. Einige Schüler seien so betroffen gewesen, dass die Eltern informiert worden seien, ihre Kinder abzuholen.

(RP)