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Handball: Lintorf gibt alles, aber Mahè-Truppe zu stark

Handball : Lintorf gibt alles, aber Mahè-Truppe zu stark

350 Zuschauer sehen das Derby der SG Ratingen gegen den TuS Lintorf. Die SG siegt 28:19. Der siebte Sieg im siebten Heimspiel.

Wer sich gegen diese SG Ratingen auch nur die kleinste Schwächephase erlaubt, der verliert. Jetzt kann erneut der TuS Lintorf ein Lied davon singen. Die Grün-Weißen lieferten dem Verbandsliga-Spitzenreiter an dessen Gothaer Straße eine ungemein beherzte erste Hälfte. Da merkte jeder unter den 350 Zuschauern (viele kamen etwas später, weil sie sich vorher noch die Fortuna angeschaut hatten) – diese Lintorfer wollen die Ersten sein, die dem unbesiegten Tabellenführer, zumal noch in dessen Halle, ein Bein stellen konnten.

8:8 hieß es beim Wechsel und alles, was mit dem TuS 08 sympatisiert, das hatte reichlichen Grund zum Strahlen. Dabei konnte Phillip Hattig nicht mitwirken. "Die Schmerzen in meinem Wurfarm gehen einfach nicht weg", so der 30 Jahre alte Bomber zur Pause. Er saß neben Lars Biermann auf der Bank und half, wo immer er konnte. Da war ersichtlich, wie er diese Sportart mitlebt. Der Wuppertaler Schiedsrichter Knut Kolk, der wie immer glänzend geleitet hatte, meinte dazu: "Ich denke, wenn die Lintorfer den Phillip dabei gehabt hätten, es hätte anders ausgesehen."

Jedenfalls fiel gleich nach dem Wiederanpfiff die Vorentscheidung. Jens Bothe, der SG-Keeper, der hielt einfach alles, was die Lintorfer auf ihn abfeuerten. Und dass der frühere Rheinhausener seine Abwürfe meisterlich beherrscht, das ist bekannt. Ständig schickte er umgehend die Tempogegenstoß-Spezialisten wie Florian Schlierkamp links und rechts Tobias Dickel auf die Reise. Die verstanden es dann ganz souverän, den Lintorfer Schlussmann Nijas Boskalio zu überwinden. Obwohl der der alles überragende Akteur war in seiner Mannschaft. Schon im Durchgang eins wehrte der 28-Jährige 13 Bälle ab.

Jedenfalls hieß es nach 35 Minuten plötzlich 13:9 und Lars Biermann, Lintorfs Trainer, beantragte sein Timeout. Die SG warf dieses aber nicht aus der Bahn. Sie wussten nun, wie diese Lintorfer zu packen waren. Vor allem mit ständigen Steilangriffen. Pascal Mahè spielte auch mit, wie immer nur in der Abwehr. Um Bastian Schlierkamp weitgehend von dieser "Knochenarbeit" zu befreien.

Dennoch blieb die Begegnung durchaus spannend. Denn in der 50. Minute kamen die Lintorfer noch einmal 20:17 heran. Aber dann zeigte erneut Jens Bothe, welch ein Klassekeeper er ist. Egal, wer von den Lintorfern abfeuerte, Bauerfeld, Büttner, Bagel, Stefan Sossalla, sie alle kamen in beste Wurfpositionen. Nur diesen Bothe überwinden, dass konnten sie in dieser Phase nicht. Und so bauten die Ratinger ihren Vorsprung immer weiter aus und am Ende standen sie sogar knapp vor einem Zehn-Tore-Sieg.

Wie immer führte die hochschwangere Michaela Schlierkamp die Hallenansage souverän durch. Trainer Pascal Mahè: "Wir hatten über den Lintorfer Sieg gegen Aufderhöhe gesprochen. Wir wussten also, wozu diese Lintorfer durchaus fähig sein können. Wenn man aber unter 20 Gegentoren bleibt, sind die Siegesaussichten gut. Das ist uns gelungen und wir sind auf einen richtig guten Weg." Seinem Team gelang mit diesem 28:19 im siebten Heimspiel der siebte Sieg.

Der Verbandsliga-Meistertitel rückt unaufhaltsam näher. Die Flügelspieler Dickel und Schlierkamp, dann die Halben Bastian Schlierkamp und Julian Pflugfelder, sie verdienten sich die Bestnoten.

(w-m)