1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Ratinger Kunden kritisieren Zusteller der Post

Ratingen : Ratinger Kunden kritisieren Zusteller der Post

Immer wieder Ärger mit der Post - und die Kritik reißt nicht ab. In einem aktuellen Fall berichtet die Ratingerin Cornelia Drenker, dass sie offenbar einen neuen Paketzusteller habe. Das Problem: Der Mitarbeiter schreibt auf den Abholschein anstelle des Namens nur den Buchstaben A, der Familienname sei aber Drenker.

Ein Hinweis am Postschalter sei im Sande verlaufen, dort habe der Postmitarbeiter gesagt, dass er vom Zusteller bereits wüst beschimpft worden sei und der Kollege gar kein Deutsch verstehe. Man habe ihr eine Telefonnummer gegeben. Unter dieser Nummer könne man sich über den Zusteller beschweren.

Die RP leitete die Beschwerde an die Post weiter. Ein Sprecher versicherte, dass man den Vorgang prüfen werde. Es wurden in den vergangenen Tagen weitere Fälle bekannt. Kernpunkt der Kritik: Unzuverlässigkeit bei der Zustellung.

Wie bereits berichtet, häuft sich bei der Bundesnetzagentur die Kritik an der Post. Die Behörde selbst beklage eine erhebliche "Qualitätsverschlechterung" bei der Leerung von Briefkästen, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf einen internen Bericht der Netzagentur.

Danach seien in 2017 6100 Beschwerden eingegangen, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. "Über die Hälfte der Beschwerden betrifft dabei die Briefbeförderung und -zustellung durch die Deutsche Post AG", heißt es in dem Papier. Dabei handele es sich auch nur um die "Spitze des Eisbergs". Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte auf Anfrage die Zahl der Beschwerden.

Die Aufsichtsbehörde selbst kritisiert, dass von rund 110.000 Briefkästen in Deutschland 56 Prozent nur noch am Vormittag geleert würden. Auch werde die Sonn- und Feiertagsleerung abgebaut: "Dies dürfte mitursächlich sein für das gefühlte Ausbleiben der Briefzustellung an Montagen." Bereits Anfang Dezember hatte die Netzagentur von vermehrten Beschwerden berichtet, damals wurde deren Anstieg für das Gesamtjahr aber nur um ein Viertel (auf 5000) geschätzt.

In der für die Post besonders arbeitsintensiven Weihnachtszeit schnellte der Wert aber nach oben. Es geht unter anderem um verspätete Briefe und Pakete oder Einwürfe in falsche Briefkästen. Eine Reihe der Beschwerden stammt definitiv aus dem Kreis Mettmann. Nach einem Aufruf an die Leser hagelte es Meldungen über unzuverlässige Zustellung.

Eine Post-Sprecherin verwies darauf, dass 94 Prozent der Briefe und 90 Prozent der Pakete den Empfänger am nächsten Werktag erreichten.

Zuletzt hatte es Probleme mit den Zustellern in Lintorf gegeben. Anwohner hatten kritisiert, dass tagelang keine Post gekommen sei. Begründet wurde dies mit krankheitsbedingten Ausfällen (die RP berichtete).

(RP)