Rhein-Kreis Neuss: Sparkasse Neuss wächst wieder

Rhein-Kreis Neuss: Sparkasse Neuss wächst wieder

Mit einem Jahresüberschuss von 7,4 Millionen Euro erreichte die Sparkasse wieder die Größenordnung der Jahre vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Als Rezept dieses Erfolges nennt die Bank Kundennähe und Vertrauen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in den Bilanzen der Sparkasse Neuss eine Delle hinterlassen. Mehr nicht. Nach nur 1,1 Millionen Euro Überschuss im Jahr 2008 konnte das Haus mit 7,4 Millionen Euro Jahresüberschuss für 2009 wieder das Ertragsniveau aus dem Jahr vor der Krise erreichen. Der Vorstandsvorsitzende Michael Schmuck sprach deshalb am Freitag bei Vorstellung der Jahresbilanz zufrieden von einem "guten und überzeugenden Ergebnis". Und er zeigte sich zuversichtlich, dass die Sparkasse 2010 an dieses Ergebnis anknüpfen und "weiter auf Erfolgskurs bleiben" kann.

Für Schmuck war es die erste Bilanz, die er als Vorstandsvorsitzender vorstellte. Die aber trägt noch die Handschrift seines Vorgängers Reinhard Tiefenthal, der die Sparkasse Neuss durch das Krisenjahr 2009 steuerte. An dessen Ende gehörte das Kreditinstitut mit einer Bilanzssumme von 5,9 Milliarden Euro nach wie vor zu den 30 größten der bundesweit 437 Sparkassen.

Das Vertrauen der Kunden und das Vertrauen in die Kunden nannte Schmuck gerade in der Krise als wesentlich für den Erfolg des Hauses. Aber der Kampf um dessen Spargroschen ist schwieriger geworden. "Das Einlagengeschäft ist ein schwieriges Geschäft", betonte Vorstandsmitglied Volker Gärtner. Abflüsse von Kundengeldern konnten allerdings 2009 durch Zuwächse im Wertpapiergeschäft noch mehr als kompensiert werden.

Im schärfer werdenden Wettbewerb um den Kunden setzt die Sparkasse auf Nähe. Das heißt einerseits, dass an dem Kurs festgehalten wird, die Kreditvergabe nicht einzuschränken. Man werde, so Schmuck, "vor allem die Handwerksbetrieb und mittelständischen Unternehmen kreditmäßig wieder bis an die Grenze des Vertretbaren unterstützen". Nähe heißt aber auch, auch Lockangebote der Konkurrenz mit besonderem Service und "überdurchschnittlichem Einsatz für die Anliegen der Kunden" zu reagieren. Nähe heißt aber nicht zuletzt auch Service vor Ort.

Beispiel eins: 2009 wurde Personal aus der Zentrale in die Filialen geschickt, um das Beratungsangebot dort auszubauen. Beispiel zwei: Das Servicenetz mit 35 Filialen, 19 Geschäftsstellen sowie 16 Selbstbedienungsstandorten und insgesamt 119 Geldautomaten ist nach Angaben von Dietmar Mittelstädt vom erweiterten Vorstand noch immer ein vielfaches enger geknüpft, als das der Mitbewerber.

Dass gleichwohl Homebanking und Internet ausgebaut werden und inzwischen, wie Vorstand Heinz Mölder betonte, 100 000 Girokonten für diesen Zahlungsverkehr freigeschaltet werden steht ebenso wenig im Gegensatz zum "Nähegedanken" wie Gärtners Aussage, das Auslandsgeschäft müsse weiter nach vorn gebracht werden.

Für die Verflochtenheit der Sparkasse Neuss mit und in der Region liefert Schmuck viele Belege. Die sieben Sparkassenstiftungen schütteten 1,4 Millionen Euro für soziale, sportliche und kulturelle Zwecke aus, Spenden in gleicher Größenordnung und 740 000 Euro aus Mitteln des PS-Sparens kamen noch dazu. Davon profitierten 400 Einrichtungen im Kreis. Zinsgünstige Fördermittel, die 122 Arbeitsplätze sichern halfen, hob Schmuck auch hervor. Und mit 6,4 Millionen Euro gehört die Sparkasse nicht zuletzt auch zu den größten Steuerzahlern der Region.

(NGZ)