Neuss: Rennbahn-Baustelle senkt Buchmacher-Umsatz

Neuss: Rennbahn-Baustelle senkt Buchmacher-Umsatz

Seit 32 Jahren arbeitet Michael Sieberts (61) als angesehener Buchmacher in Neuss – aber selten hat er sich in dieser langen Zeit so sehr geärgert wie in diesen Tagen. Der Grund: Seine Kunden, die mit dem Auto kommen, haben Probleme mit der Zufahrt und bleiben letztlich weg.

Seit 32 Jahren arbeitet Michael Sieberts (61) als angesehener Buchmacher in Neuss — aber selten hat er sich in dieser langen Zeit so sehr geärgert wie in diesen Tagen. Der Grund: Seine Kunden, die mit dem Auto kommen, haben Probleme mit der Zufahrt und bleiben letztlich weg.

Sieberts klagt über einbrechende Umsätze: "Der März ist fast schon vorbei und ich habe gerade einmal ein Drittel meiner Monatsmiete verdient." Was ihn aber besonders ärgert, bei der Stadtverwaltung stoße er auf taube Ohren: "Ich werde nicht wie ein langjähriger Kunde behandelt, sondern laufe wie ein lästiger Bittsteller gegen eine Mauer aus Arroganz."

Im Fadenkreuz seiner Kritik steht Peter Rebig (56), Geschäftsführer der städtischen Tochter "Neuss Marketing", die den Auftrag hat, den neu gestalteten Neusser Rennpark zu vermarkten. Peter Rebig sah dringenden Handlungsbedarf, weil das Gelände zu stark befahren wurde, der hochwertige Bodenbelag nahm Schaden und die neuen Laternen wurden umgefahren.

Die Lösung: Die Zufahrt von der Hammer Landstraße aus wurde "dicht gemacht", Poller aufgestellt. Autos müssen in Zukunft das neue Rennbahn-Gebäude von der Stresemannallee anfahren. In Höhe des Globe-Theaters wird ihn künftig eine Schranke den Weg versperren. Gäste des Restaurants und Kunden des Wettbüros soll die Zufahrt über Chipkarten ermöglicht werden. "Mit dieser Variante bin ich einverstanden", sagt Sieberts, "ich habe ja sogar genau diese Lösung vorgeschlagen." Der Haken aus seiner Sicht: "Das funktioniert nur, wenn auch die komplette Infrastruktur installiert ist." Das sei derzeit aber noch nicht der Fall.

So erschwert wieder ein Bauzaun die Erreichbarkeit des Wettbüros, Dreck und Schlamm prägen den großen Rennbahn-Parkplatz und machen ihn fast unpassierbar. Inzwischen wurde wieder die Zufahrt von der Hammer Landstraße frei gegeben. Rebig: "Wir tun, was wir können. Aber wir müssen auch für geordnete Verhältnisse sorgen und vor allem den gerade aufgebrachten Bodenbelag, die Laternen und somit unser Eigentum schützen."

(NGZ)