Neuss: Einzelhandel trotzt der Krise

Neuss: Einzelhandel trotzt der Krise

Nur zwei Prozent Umsatzrückgang, stabile Beschäftigtenzahlen und ein positives erstes Quartal im Jahr 2010: Der Einzelhandel im Rhein-Kreis steht gut da. Entsprechend positiv fiel die Frühjahrs-Konjunkturumfrage aus.

"Die Klage ist der Gruß des Kaufmanns": Von diesem geflügelten Wort wollte Peter Achten am Donnerstag nichts wissen. Der Geschäftsführer des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes zeigte sich vielmehr "hoch zufrieden", als er die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 vorstellte. Der Handel im Rhein-Kreis lag mit 2,084 Milliarden Euro Umsatz zwar zwei Prozent unter den Vorjahreswerten. Aber: Hätte das im Krisenjahr 2009 jemand vermutet?

Entsprechend positiv äußerten sich die Händler in der Frühjahrs-Konjunkturumfrage, die der Verband unter seinen insgesamt 2500 Mitgliedsbetrieben anstellte.

Ergebnis im zweiten Halbjahr 2009 Für 66 Prozent der Befragten war es genauso gut oder sogar besser als in 2008. "Erneut ein etwas günstigerer Trend", stellt Achten fest.

  • Rhein-Kreis Neuss : IHK legt aktuelle Konjunkturumfrage vor

Geschäftserwartung für 2010 Sieben von zehn Unternehmen erwarten gleich viel oder mehr in der Kasse. Gespeist werde diese mehrheitlich positive Sicht durch die Hoffnung auf steuerliche Entlastungen, gestiegenes Kindergeld und andere Maßnahmen, die sich kaufkraftsteigernd auswirken könnten. "Wir hoffen, dass dieser Effekt nicht durch steigende Energiepreise kompensiert wird", sagt Achten. Aber das Geschäft im ersten Quartal nähre die Aussicht, dass das Vorjahresergebnis der Branche zumindest gehalten werden kann.

Mitarbeiter 9700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählt der Handel im Rhein-Kreis. Hinzu komme noch einmal die gleiche Zahl an Aushilfen. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Handel in größerem Umfang Stellen abbaut", zeigte sich Achten überzeugt, obwohl 13 Prozent der befragten Firmen Stellenstreichungen nicht ausschlossen. Achten glaubt an andere Zahlen und zum Beispiel die Auswirkung längerer Öffnungszeiten. Im Bereich des Regionalverbandes seien im Vorjahr so 400 neue Jobs entstanden. Und Jobs im Handel seien mit Masse tarifgebunden, sagt Achten, der die Praxis von Unternehmen, Menschen für Dumpinglöhne zu beschäftigten, untragbar nannte. Solche Betriebe wie etwa eine kritisierte Drogeriemarktkette seien nicht Mitglied im Einzelhandelsverband.

Insolvenzen Im Krisenjahr meldeten in der Stadt Neuss neun Handelsunternehmen Insolvenz an. Keine krisenhafte Zahl, wie Wolfgang Düsing vom Amt für Wirtschaftsförderung erklärt. 2008 waren es 22.

(NGZ)