Neuss: Schumis größter Fan ist Neusser

Neuss: Schumis größter Fan ist Neusser

Bernd Lück ist glücklich darüber, dass Michael Schumacher zurück ist in der Formel 1. Lück gehört zum Vorstand des 1. Internationalen Schumacher-Fanclubs. Einmal hat er sein Idol sogar schon persönlich getroffen.

Wenn Michael Schumacher morgen beim "Großen Preis von Australien" in Melbourne antritt, wird Familie Lück aus Wehl im Bonner Vereinslokal vor der Großbildleinwand sitzen und ihn anfeuern. Über das Comeback des Kerpeners freuen sich die Lücks ganz besonders: Schließlich gehört Bernd Lück (51) als einziger Neusser zum Vorstand des "Ersten Internationalen Michael & Ralf Schumacher Fanclubs ,Die Rotkäppchen'". Er ist Kassierer, sorgt aber auch als Sportwart bei der Streckensicherung für die Sicherheit am Nürburgring.

"Gut, dass der Michael wieder mitmischt – das belebt die Formel 1", ist sich Bernd Lück sicher. Mit dem Rennsport-Virus hat ihn 1999 ein Freund infiziert – und seine Familie mit: Inzwischen gehören Bernd, Silke (46) und Sohn Kai (21) zu den "Rotkäppchen". Nur die 18-jährige Tochter hat anderes im Sinn.

Dass "Schumi" jetzt für Mercedes fährt und nicht mehr für Ferrari, macht den Mitgliedern des Fanclubs nichts: "Das ist uns egal – Hauptsache, er ist wieder dabei", sagt Lück und erklärt die Sache mit den roten Käppchen: "Die haben gar nichts mit Ferrari zu tun." Weil sich vier Gründungsmitglieder 1993 bei einem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring nicht im Gedränge verlieren wollten, kauften sie sich rote Kappen – und hatten einen Namen für ihren Verein.

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Seit 2003 ist Bernd Lück offiziell mit von der Partie und hat seither bei vielen Rennen am Nürburgring als Sportwart am Streckenrand gestanden und Flaggen in unterschiedlichen Farben geschwenkt. Gelb weist die Fahrer auf ein Unfallfahrzeug auf der Strecke hin, und Blau bedeutet: "Bitte Platz machen, ein schnelleres Fahrzeug überholt." Die Arbeit der Streckenposten ist nicht immer ungefährlich: "Wir stehen hinter Maschendrahtzaun und Leitplanken, aber es kommt schon mal ein Rad angekullert oder eine Schraube geflogen", sagt der Papiermacher-Meister, der auf Stellensuche ist.

Hat er schon mal selbst in einem Rennwagen gesessen? "Ja, ich habe bei einer Weihnachtsfeier des Fanclubs eine Fahrt im Tourenwagen gewonnen", sagt er. Angst habe er überhaupt nicht gehabt, als der Seat Coppa mit 270 Stundenkilometern über die Nordschleife gebraust sei: "Ich habe mich lässig zurückgelehnt und dem Fahrer voll vertraut. Das war ein tolles Gefühl." Michael Schumacher ist er bislang einmal begegnet: "Das muss 2008 gewesen sein.

Da war ich auf seiner Kartbahn in Kerpen und stand durch Zufall plötzlich neben ihm", erinnert er sich, "wir haben ein wenig Small-Talk gemacht – er ist sympathisch." Mit dem Ergebnis des ersten Rennens nach "Schumis" Comeback – dem 6. Platz in Bahrain – ist Lück zufrieden: "Ein guter Einstieg." Wie lautet sein Tipp für Melbourne? "Der Michael wird sich langsam steigern. Morgen ist ein vierter oder fünfter Platz drin."

(NGZ)