Neuss: IHC-Trecker: Zum 50. zurück nach Neuss

Neuss: IHC-Trecker: Zum 50. zurück nach Neuss

Der Betriebsstundenzähler blieb irgendwann bei knapp 4000 stehen, das dieselgewärmte Herz des IHC-Treckers aber tuckert noch immer. Und das seit nunmehr 50 Jahren. Am Freitagwar sein Klopfen wieder an der Neusser Industriestraße zu hören, denn zum 50. Geburtstag ihres Treckers spendierten Ralf und Daniel Seemann aus Pattensen bei Hannover ihrem IHC eine Reise in die Heimat. Dorthin, wo er irgendwann in den Frühjahrstagen 1960 vom Band gelaufen war. Auf die Brache des Case-Geländes im Neusser Hafen.

Als Daniel Seemann, damals sieben Jahre alt, den Schlepper im Internet entdeckte, musste es dieser – und nur dieser – "kleine rote Trecker" sein. Haben wollte er ihn, und sein Vater wollte auch. "Ich habe da schon immer mal dran gedacht", gibt er zu, doch dieses Mal zog er die Sache durch. Im August 2000 wurde der Trecker aus Neuss auf den Elektroingenieur aus dem "Speckgürtel" südlich von Hannover zugelassen. H - D 7274 ist sein Kennzeichen. Und das D steht für Daniel.

In den zehn Jahren ist der Trecker aus Neuss kaum aus Pattensen hinaus gekommen. Spazierfahrten wurden mit ihm unternommen oder Besuche bei Treckertreffen in der Umgebung. Die Reise in die Vergangenheit war die weiteste für ihn.

Dabei hat der 24-PS-Traktor schon viel erlebt. Sein erster Besitzer war ein Landwirt aus Westerholz bei Paderborn, bei dem Traktor vom 1. Juli 1960 bis ins Jahr 1982 lief. Es schlossen sich zehn Jahre im Forsteinsatz im Landkreis Frankenberg-Waldeck in Nordhessen an, bevor der Trecker neun weitere Jahre in Twistetal Dienst tat. Kreis Korbach. Dort wurde der Oldtimer ausgemustert. Ein Lastwagenfahrer aus Warburg bei Höxter kaufte das Museumsstück, restaurierte ihn und kam nur ein halbes Jahr später ums Leben. So am der kleine rote Trecker umständehalber auf die Internetseite eines Warburger Landmaschinenhandels, wo ihn ein kleiner Junge aus Niedersachsen entdeckte. Treckerschicksal.

All die Stationen dieses Treckerdaseins wollen Vater und Sohn Seemann an diesem Wochenende aufsuchen. Angemeldet haben sie sich nirgends, klopfen wollen sie überall mal. Namen und Adressen haben sie – wenn es die noch gibt. Und überall holen sie ihren Trecker vom Anhänger und fahren eine Runde an alter Wirkungsstätte. "Wir tun es für ihn", sagt Daniel. Aber den Spaß haben hoffentlich auch andere.

(NGZ)