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Neuss: Protest gegen Sexshop-Pläne

Neuss : Protest gegen Sexshop-Pläne

Gnadental verfügt am Artur-Platz-Weg über ein funktionierendes Einkaufszentrum. Das könnte sich ändern, befürchten Händler und Politik, wenn dort demnächst Erotik-Artikel angeboten werden. Sie wehren sich.

Die Handlungsempfehlungen im Einzelhandelsgutachten der Stadt sind eindeutig: Einen größeren Lebensmittelmarkt müsste das Nahversorgungszentrum am Artur-Platz-Weg haben, eine Postagentur wäre wünschenswert. Von einem Sexshop ist nicht die Rede. Doch genau so einer soll sich in einem lange leerstehenden Lokal ansiedeln, brachten die Händler in Erfahrung.

Die Unruhe ist groß, und die Geschäftsleute mobilisierten die Politik. War nicht vor Jahren auf eben diesem Wege die Schließung eines so genannten Swinger Clubs in einem Haus Am Sandberg in Derikum erreicht worden?

Planungsrechtlich, so stellt Frank Wolters vom Amt für Wirtschaftsförderung klar, ist die Ansiedlung eines Sexshops zulässig und behördlich nicht zu beanstanden. Vom Bauordnungsamt, dem in dieser Frage schon eine Anfrage des interessierten Betreibers vorliegt, bekam er die Auskunft, dass eine "Nutzungsaufnahme ohne Genehmigung möglich ist". Denn auch ein Sexshop ist ein Einzelhandelsgeschäft — und für solche Nutzungen ist das Nahversorgungszentrum gedacht und ausgewiesen.

Das sieht die CDU-Stadtverordnete Ursula von Nollendorf in diesem Fall ganz anders. "So einen Störfaktor in dieses funktionierende Einkaufszentrum reinzubringen, kann nur schädlich sein", stellt sie klar und sich selbst an die Spitze des Protestes. "Es ist zu erwarten, dass durch ein Erotik-Lokal die Existenz der Geschäfte gefährdet wird", schrieb sie jetzt an die Kölner Gemak Immobilien-Management GmbH, die die Liegenschaft im Auftrag der niederländischen Rabobank verwaltet. Was sie nicht schrieb: Altenheim, Schule und Kirche liegen allesamt gleich nebenan.

Daniel Schillings, seit 2005 mit einer Praxis für Physio- und Ergotherapie Mieter am früheren Grüner Weg, hatte die Gerüchte gehört und recherchiert. "Für uns andere Gewerbetreibende wäre das alles andere als erfreulich", erklärt er seine Motivation. In Köln habe er die Bestätigung von seinem Vermieter bekommen. "Weil zwei Makler dem Leerstand nicht beigekommen sind." Also sammelte er bei den anderen Betroffenen Unterschriften, die Nollendorf ihrem Schreiben beifügte. Verbunden mit dem Hinweis, dass die Händler beabsichtigen, sich gegen diese beabsichtigte Vermietung zu wehren.

Von diesem Schreiben hatte Gemak-Geschäftsführer Stefan Klotz gestern noch keine Kenntnis, wie er sagt. An eine Vermietung an einen Sexshop glaubt er nicht. "Die Rabobank vermietet grundsätzlich nicht an Sexshops und Wettbüros", erklärt er. Gleichwohl werde er den Miet-Interessenten "natürlich dem Eigentümer vorstellen".

(NGZ/rl)