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Neuss: Anwohner suchen Parkplätze

Neuss : Anwohner suchen Parkplätze

Durch langfristige Baustellen wie auf der Kapitelstraße fehlt zurzeit Parkraum am Straßenrand. Bewohner der Innenstadt müssen länger nach einem freien Platz suchen, der dann auch noch weiter weg liegt.

Parkplätze sind in einer Innenstadt immer Mangelware. Gerade in diesen Tagen des Weihnachtsgeschäfts wird es deshalb eng am Straßenrand. Dort parken nicht nur Besucher, sondern Arbeitnehmer und Anwohner. Auf 1000 Einwohner sind in Neuss 600 Pkw angemeldet. Das sei sehr hoch, sagt Franz Kolbecher, Amtsleiter für Verkehrsangelegenheiten der Stadt. Trotzdem habe Neuss im Vergleich zu anderen Großstädten bei Umfragen zur Parkplatzsituation immer gut abgeschnitten, so Kolbecher.

3000 Anwohnerpark-Ausweise

Kritisch wird es allerdings, wenn Parkraum langfristig durch Baumaßnahmen wegfällt — wie aktuell auf der Kapitelstraße. Sie ist für Arbeiten an den Gas- und Wasserleitungen gesperrt. Zum Teil können die Anwohner noch bis zur Baustelle fahren, die Einschränkungen vor ihrer Haustür dauern aber mindestens noch eineinhalb Jahre. "Mit den Gas- und Wasserleitungen möchten wir bis Karneval fertig sein, damit der Kappessonntagszug durchziehen kann. Anschließend beginnt der Kanalbau mit einer Vollsperrung", sagt Hans-Dieter Isenrath, Sachgebietsleiter für besondere Verkehrslenkung. Für die Anwohner mit entsprechendem Parkausweis sind die Schwannstraße sowie Teile der Breite Straße und der Drususallee für diese Zeit freigegeben.

Dort muss tagsüber sonst ein Parkschein gezogen werden. Rund 3000 Anwohnerparkausweise sind für die Innenstadt ausgestellt. Die gute Lage hat den großen Nachteil, dass selten private Stellplätze zur Verfügung stehen. Längere Ladenöffnungszeiten und Theaterbesucher sorgen dafür, dass die Anwohner abends mehrmals um den Block fahren müssen, ehe eine freie Parklücke gefunden wird.

"Die Beschwerden darüber halten sich bei der hohen Anzahl an Ausweisen allerdings sehr in Grenzen", sagt Franz Kohlbecher. Eine größere Beeinträchtigung im Innenstadtbereich besteht zudem auf der Königstraße. Bis Mai kommenden Jahres möchte die Stadt fertig sein. Auch dort wurden zusätzliche Parkplätze für Anwohner freigegeben. Ehe diese beiden Maßnahmen nicht beendet sind, werden keine weiteren dieser Größenordnung genehmigt.

Seit 1993 gibt es das Anwohnerparken in der City. Die Stadt bemüht sich, stets nachzubessern. "Wenn wir feststellen, dass Flächen mit Parkschein öfters frei bleiben, wandeln wir sie auch zur Doppelnutzung mit Anwohnerparken um", sagt Franz Kohlbecher.

Trotzdem geht auch dauerhaft Parkraum verloren, wie etwa am Hafenbecken I, wo entlang der Batteriestraße Parkplätze für eine Uferpromenade wegfallen. Für den Wendersplatz gibt es ebenfalls Bauvorhaben. "Das sind politische Entscheidungen. Der Verlust dieser Parkplätze lässt sich nicht kompensieren", so Kohlbecher.

(NGZ)