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Nettetal: "Unser schönes Schaag"

Nettetal : "Unser schönes Schaag"

Zum bundesweiten Denkmaltag lud Nettetals jüngster Stadtteil ein. Er präsentierte neben der Enthüllung eines Gerber-Denkmals bei einem Rundgang Ortsgeschichte und für die Allgemeinheit verborgene Schönheiten.

Aller guten Dinge sind mittlerweile sechs. Der Kreis der Nettetaler Denkmaltage, den einst Leuth begonnen hatte, hat sich mit Schaag geschlossen. Der jüngste Stadtteil wartete mit Führungen durch den Ort, die katholische Pfarrkirche St. Anna und den Kreuzgarten sowie Filmvorführungen und Kunstausstellungen im Jugendheim auf.

 Heinz Huber von der Interessengemeinschaft "Schaager Kreis" führte gestern Besucher durch Schaag, ein Ziel des Denkmal-Rundgangs war die Kindter Kapelle.
Heinz Huber von der Interessengemeinschaft "Schaager Kreis" führte gestern Besucher durch Schaag, ein Ziel des Denkmal-Rundgangs war die Kindter Kapelle. Foto: Busch

Am Hubertusplatz begann Heinz Huber, der Vorsitzende des "Schaager Kreises" seinen Rundgang. Er überraschte mit der Mitteilung, dass hier bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Friedhof war. Das Gelände galt vorher als "Steenkoul", wo man Kei-e-Müüte fand. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Platz die durchgehende Randbebauung als Wohnraum Flüchtlinge und Vertriebene – mit Schweinestall nach hinten raus.

Nach dem Blick in die Schule mit dem Hubertus-Glasbild gab es den ersten Kontakt mit der in Schaag einst dominierenden Kaufmannsfamilie Moubis am Grabmal von Hubertine Moubis (1818 bis 1896), die "den Acker der Gemeinde einst schenkte, damit hier ein Gottesacker entsteht", sagte Huber. Im selben Grab ist Antonetta Hoffmans bestattet, die die Kindter Kapelle stiftete. In der vor zehn Jahren erweiterten Friedhofskapelle hat die Schaager Künstlerin Bettina Klos ein Glasfenster gestaltet.

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So schön das aus dem Jahre 1890 stammende alte Volksschulgebäude an der Kindter Straße erhalten ist, so wüst sieht es dahinter aus: Eine Waldparzelle wurde gefällt, die Bäume liegen kreuz und quer. Am Wegekreuz Rieth gegenüber dem Reitstall Heimes ("Hier ist das Stammhaus der Kaufmannsfamilie Heimes") machte Huber auf ein kleines Barockkreuz aus dem Jahre 1778 aufmerksam. Es wurde zur Erinnerung eines Ermordeten aufgestellt. Dass es rund um Schaag einst waldreich und sumpfig war, machte Huber unterwegs deutlich an Ortsbezeichnungen und Geländeeinschnitten. Der Mühlenbach, einst Abwasserkanal für die Brauerei in Kindt und Wasserversorger für die Lederfabrik Hoffmans, ist heute trocken gefallen.

Vom Mühlenfeld aus fiel der Blick auf die Windmühle, dann ging es vorbei am "schönsten Baum Schaags", einer riesigen Blutbuche in Furth. Dann führt er zurück ins Zentrum über das Gelände der ehemaligen Lederfabrik, heute Wohngebiet Hans-Herbert-Rösges-Straße, zu den Bauten von Hoffmans (heute Wohnungen an der Annastraße 20/22), Moubis ("Das Prunkstück von Schaag") und Heimes (die RP hat sie in der vorigen Woche vorgestellt). Hubers Fazit, in das die Gäste einstimmten: "Schaag ist schön." In der auch unter Denkmalschutz stehenden Gaststätte "Zur Alten Post" gab es Deftiges aus Omas Küche – oder Kaffee und Kuchen bei den Pfadfindern nebenan im Jugendheim. FRAGE DES TAGES

(mme)