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Mönchengladbach: Wegen Flyer: Stadtwerke Nettetal klagt gegen NEW

Mönchengladbach : Wegen Flyer: Stadtwerke Nettetal klagt gegen NEW

Zwischen den Stadtwerken Nettetal und der NEW bahnt sich eine rechtliche Auseinandersetzung an. Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Dieling ist erbost über einen NEW-Flyer über Gaspreise.

Er ist seiner Meinung nach "bewusst irreführend und wettbewerbsrechtlich bedenklich". Seit Monaten wirbt die NEW intensiv um Kunden in Nettetal. Im Mai eröffnete sie in Lobberich ein Kundenbüro, verbunden mit einer Wechselkampagne. Die Nettetaler hatten zuvor mit den Gemeindewerken Brüggen Dienstleistungen in der Stromlieferung vereinbart. Brüggen möchte selbst Strom ein- und verkaufen, die Stadtwerke helfen beim Start mit ihrem Know-how — darin könnte die hohe Marktaktivität der NEW begründet sein.

NEW erhöht den Gaspreis

Dass Energieversorger in Zeiten eines liberalisierten Energiemarktes auch außerhalb ihres Kerngebiets Leistungen anbieten und dafür werben, ist recht und billig. Die Stadtwerke Düsseldorf beispielsweise verkaufen NRW-weit Strom und haben seit 2010 auch ihr Gasgeschäft auf die Region ausgeweitet. Vor vier Jahren beispielsweise warben sie intensiv in Viersen. Und nicht erst seit die damalige NVV 2011 mit den Niederrheinwerken Viersen fusionierte, gehört es auch zu den erklärten Zielen der NEW, weitere Bereiche am Niederrhein für sich zu gewinnen.

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Bei Norbert Dieling ist jetzt allerdings der Geduldsfaden gerissen. Der in Nettetal kursierende NEW-Flyer zeigt einen Zeitschriften-Ausriss mit der Überschrift "Gaspreise in Nettetal zu hoch?" Der Text dazu ähnelt auffällig einem Beitrag im Internet-Vergleichsportal Verivox. "Da die Überschrift des Flyers — ob mit Fragezeichen oder nicht — eine unrichtige Botschaft vermitteln soll, halte ich diese Aktion für bewusst irreführend und wettbewerbsrechtlich für bedenklich. Es wird der Eindruck erweckt, die Stadtwerke Nettetal würden die Preise für die Grundversorgung erhöhen oder hätten das kürzlich getan", sagt Dieling. De facto wird aber die NEW zum 1. Oktober den Gaspreis um 0,36 Cent brutto pro Kilowattstunde anheben, bei Sonderverträgen, die etwa mit Firmen gemacht werden, um 0,24 Cent. Die Stadtwerke Nettetal hingegen haben bisher keine Erhöhung des Gaspreises angekündigt. Er wurde zuletzt im Juli 2011 angepasst.

Auf Dielings Ärger reagiert der Konkurrent aus Mönchengladbach gelassen. "Aus unserer Sicht handelt es sich bei den Vertriebsaktivitäten der NEW in Nettetal nicht um irreführende Werbung. Wenn die Stadtwerke Nettetal dies anders sehen sollten, können sie ihre Auffassung gerichtlich überprüfen lassen. Derzeit liegt uns keine Klage aus Nettetal vor", erklärte NEW-Vorstand Frank Kindervatter. Die Stadtwerke Nettetal sind — im Gegensatz zum Versorger NEW — ein rein kommunales Unternehmen im Alleinbesitz der Stadt Nettetal. Dort will man erklärtermaßen unabhängig von Beteiligungen großer Konzerne bleiben. Bis vor einigen Jahren war dies das gemeinsame Ziel mit Viersen.

Die engere Zusammenarbeit unabhängiger kommunaler Versorgungsbetriebe scheiterte, als Viersen Anteile an seinen Stadtwerken dem Entsorger Trienekens verkaufte, die später die RWE AG übernahm.

(RP)