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Nettetal: Biologen ändern Natur mit stiller Hilfe

Nettetal : Biologen ändern Natur mit stiller Hilfe

Der Förderverein der Biologischen Station Krickenbecker Seen unterstützt in vielfältiger Weise die Arbeit der professionellen Mitarbeiter in der kreisweit tätigen Einrichtung. Weitere Mitglieder sind immer willkommen.

Wenn im Galgenvenn bei Kaldenkirchen seltene Pflanzen sprießen und der Moorfrosch heimisch wird, dann steckt dahinter die Biologische Station Krickenbecker Seen. Sie hat das "Rohrdommel-Gebiet" neben der Nette in Leuth geschaffen, steuert am Lüsekamp in Elmpt den Wasserhaushalt wertvoller Feuchtwiesen und sorgt dafür, dass Schafe die Wankumer Heide pflegen.

Dahinter steckt nicht allein das Team um Stationsleiter Dr. Ansgar Reichmann. Vielmehr ermöglicht häufig erst das stille Engagement des Fördervereins der Biologischen Station deren Aktivitäten. Kürzlich wählten die Mitglieder ihren Vorstand für weitere zwei Jahre: Vorsitzender blieb der frühere Landtagsabgeordnete Christian Weisbrich, ihn vertritt der Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner. Schatzmeisterin ist die Vorstandssprecherin der Sparkasse Krefeld, Dr. Birgit Roos. Ansgar Reichmann ist Schriftführer, Beisitzer ist der Landtagsabgeordnete Dr. Marcus Optendrenk.

Das ist eine ebenso illustre wie engagierte Konstellation. Die Biologische Station genießt großes Vertrauen, und die Zahlen sprechen für sich. So registrierte das Info-Zentrum im vergangenen Jahr 41 579 Besucher. 53 000 Interessenten gab es auf der Seite www.bsks.de. Die Seite www.vogelmeldung.de hat bisher 243 000 Besucher mit rund 95 000 Meldungen von Vogelfreunden. Dies alles macht der Förderverein überhaupt erst möglich.

"Der Verein leistet eine unschätzbar wichtige Hilfe. Die Renaturierung des östlichen Galgenvenns in Kaldenkirchen hat die EU mit 80 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Eigenleistungen steuert der Förderverein wie bei vielen Projekten bei", berichtet Reichmann. Seine Kollegen freut nicht nur der Moorfrosch, der sich hier "verhundertfacht" hat. Es gibt wieder Wollgras und Torfmoos. Dass in der Wankumer Heide seltene Orchideen wachsen können, wäre ohne den (teuren) Wanderschäfer nie möglich. Auch diese Kosten trägt der Förderverein. Auf der Heide in Hinsbeck und im Elmpter Schwalmbruch konnten mithilfe des Vereins Flächen entkusselt werden: Störender Aufwuchs wurde entfernt. "Wir kümmern uns auch um viele Kleinigkeiten", berichtet Vorsitzender Weisbrich. Hacken und Schaufeln für ehrenamtliche Helfer, Kescher für junge Teichforscher und anderes Gerät bezahlt der Förderverein. Auch inhaltlich fördert der Verein Vorhaben. So plant die Station ein Geo-Caching, verbunden mit ökologischen Aussagen und Informationen für Jung und Alt. Die Biologische Station und der Förderverein machen sich auch Sorgen. Über Jahrzehnte ist die Natur geschützt worden oder hat sich erholt. Die Zahl derer, die sie nur "nutzen" wollen, wächst. Dabei geht manches kaputt, was mit großem Aufwand erst entwickelt wurde. Reichmanns Team setzt auf ein Ranger-System, das anspricht und informiert. Weisbrich teilt die Sorge der Biologen und setzt ebenfalls auf Aufklärung. Natur müsse wieder als "Wertgegenstand" vermittelt werden.

(RP)