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Moers: Reine Frauenpower im Comedy Salon

Moers : Reine Frauenpower im Comedy Salon

Erstmals halten vier weibliche Comedians die Zuschauer in Atem, allen voran "La Signora". Daphne de Luxe führt durch den Abend. Nach der gelungenen Premiere soll es jedes Jahr eine "Ladies Night" geben.

70 Prozent der Zuschauer waren beim Comedy Salon weiblich - und 100 Prozent der Comedians. Schließlich feierte im Enni-Sportpark Rheinkamp die erste "Ladies Night" Premiere. Vier Frauen hielten vor allem die weiblichen Zuschauer in Atem, während die Männer Einiges einzustecken hatten.

"Habt Ihr Eure Langweiliger zuhause gelassen?", fragte Daphne de Luxe mehrere Frauen, die solo gekommen waren. Die 44-jährige, die schon in ihrer Schulzeit im oberfränkischen Kronach Ulknudel war, hatte sofort die Lacher auf ihrer Seite - sowohl die des vermeintlich schwachen als auch die des vermeintlich starken Geschlechtes.

Schließlich nahm die Moderatorin nicht nur die anderen ins humoristische Visier, sondern auch sich selbst. "Ich wohne mittlerweile im Speckgürtel von Hannover", sagte sie und blickte sie auf ihre barocke Engelsfigur. "Ich bin der lebendige Beweis dafür, mit etlichen Kilo zu viel so gut wie ein Rennpferd auszusehen." Die Powerfrau in "Hülle und Fülle" gab den Zuschauern den Tipp, die Vorteile der eigenen Schwächen zu sehen und immer einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben. Als Beispiel zitierte sie ein geflügeltes Wort ihrer Großmutter: "Dicke Kinder sind schwerer zu entführen."

Auch über sich selbst machte sich Jaqueline Feldmann lustig, zunächst über ihren Namen. Dieser werde nicht "Jackeliene" ausgesprochen werde, sondern "Jacklin". Die 21-jährige Sauerländerin gab sich bewusst prollig. Die "Assiziation", ihr Freund würde Justin heißen, sei falsch. Er trage den Namen Kevin, weil er alleine zu Hause sei. Sie beschwerte sich über "Tussen" und "Schlampen" - sowie alle, die sich an Tempolimits hielten. "Fahr Olle!", gab sie zum Beispiel Wortgefechte bei einem Überholmanöver wieder. "Tempo ist nicht nur ein Taschentuch."

Christiane Olivier spielte als dritte im Bunde mit Vorurteilen. "Bist Du ein Walddorfschüler, der den Orgasmus tanzt?", habe sie kürzlich einen Liebhaber gefragt, erzählte die 39 Jahre alte Kölnerin. Dazu schlüpfte sie in ihre Kunstrolle als Olga Putin, um festzustellen, dass in Deutschland doch vieles anderes sei als erwartet.

Selbst wenn die ersten drei weiblichen Comedians ihr Klasse hatten, wurden sie von Carmela de Feo ausgestochen, alias "La Signora". Die 42-jährige Oberhausenerin spielte als Fräulein-Rottenmeier-Graufrack mit dem Image der weiblichen Comedians. Zum Beispiel rezitierte sie als "Legastheniker" aus ihrem Buch "Das Leben als Showgirl", wobei die Zuschauer nie wussten, ob die Sätze ernst oder ironisch gemeint waren. Oder sie machte sich über Topf-Deckel-Assoziationen lustig. Die Zuschauer waren so hingerissen, dass sie ihr fast so viel Applaus gaben wie den anderen drei weiblichen Comedians zusammen.

Nachdem die Premiere der "Ladies Night" ein Erfolg war, plant Comedy-Salon-Organisator Volker von Liliencron, zukünftig einmal im Jahr reine Frauenpower in den Comedy Salon zu holen. "Dieses Format kommt an", sagte er am Mittwochabend. "Einmal im Jahr wird es eine ,Ladies Night' geben."

(got)