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Moers: Literaturkurs modernisiert Poe

Moers : Literaturkurs modernisiert Poe

Aus der berühmten Kurzgeschichte "Der Untergang des Hauses Usher" ist "Böses Erwachen" geworden: Die Schüler des Literaturkurses am Grafschafter Gymnasium zeigten nun ihre ganz eigenen Interpretationen des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Dabei dienten die Kurzgeschichten nur als Vorlage, der Rest war ihnen überlassen.

Eine schwarz gekleidete, blasse Frau liegt im Sterbebett. Um sie herum sind Kerzen aufgestellt. Eine düstere Stimmung beherrscht die Szene. Dann tritt eine zweite Frau zu ihr, sie scheint um sie zu trauern. In einer nächsten Szene wandert sie durch das Lesezimmer des Hauses. Plötzlich schwenkt die Kamera und hält auf den Schaukelstuhl, der in der Ecke steht. Doch der ist nicht unbesetzt - sitzt dort die noch eben noch totgeglaubte Frau?

Was bei Edgar Allan Poe der Bruder und die Schwester waren, sind in dieser Version des Stücks zwei Schwestern. Das Stück hat die Filmgruppe "Mobilé" neu interpretiert und in die heutige Zeit übertragen. "Edgar Allan Poe hat eine schöne, düstere Stimmung in seinen Geschichten. Die haben die Schüler wunderbar unterschiedlich aufgefasst," erklärte der Lehrer Bernhard Fiedler, der den Literaturkurs seit fast einem Jahr leitet.

Neben dem Kurzfilm "Böses Erwachen" wurden noch weitere Interpretationen der Schüler gezeigt. Denn in den Literaturkursen des Grafschafter Gymnasiums haben die Schüler die Möglichkeit, sich kreativ zu entwickeln. So mussten die Teilnehmer zunächst einmal einen Trailer drehen, haben zahlreiche Stunden gefilmt, geschnitten und regelmäßig Feedback von ihren Mitschülern und Kursleiter Bernhard Fiedler erhalten. "Die Schüler hatten vorher keine filmtechnischen Erfahrungen. Sie sollten daher erst mal drauf los drehen und alles andere hat sich nach der Zeit von selbst entwickelt," sagte Bernhard Fiedler.

Der Kurs kam so gut bei den Schülern an, dass sie neben ihren Pflichtaufgaben auch noch freiwillige Projekte am Filmabend zeigten. "Das Filmen war wirklich intensiv und zeitaufwendig, hat aber dem gesamten Kurs sehr viel Spaß gemacht," sagte die 17-jährige Schülerin Mara. Neben einem kleinen Kurzfilm über die Kursfahrt nach Prag, wurde auch ein Film über die Geschichtsfahrt nach Auschwitz gezeigt, der die Eindrücke der Schüler widerspiegelt.

(anli)