Joggen in Mönchengladbach : Laufen mit Hund - so geht‘s

Das eigene Lauftraining mit seinem Vierbeiner zu absolvieren, ist prinzipiell eine gute Idee – solange der Hund dies körperlich bewältigen kann und es ihm Spaß macht. Allerdings eignet sich nicht jeder Hund zum Joggen.

Läufer und Hunde begegnen sich oft unterwegs. Aber meistens gehören beide gar nicht zusammen. Dabei geht auch das: Joggen mit Hund.

Welcher Hund eignet sich zum Jogging? Typische Laufhunderassen wie Huskys oder Dalmatiner bieten sich an. Aber auch andere Hunde. Wer unsicher ist, lässt vor der ersten Laufeinheit die „Bauart“ seines Vierbeiners beim Hundephysiotherapeuten überprüfen. „Auch ein Gesundheits-Check beim Tierarzt ist sinnvoll“, sagt Hundetrainerin Daniela Schramm vom Hundezentrum Mönchengladbach. Sie joggt regelmäßig mit ihren beiden Cavalier King Charles Spaniels, die weder bekannt für lange Beine noch für sonderlich ausgeprägte Nasen sind. Dennoch funktioniert das gemeinsame Training, denn die beiden haben gesunde Herzen und Lungen und einwandfreie Bewegungsapparate. Und ganz wichtig: Sie haben Spaß an der Laufarbeit. Trotzdem: Kurzbeinige Hunde sollten anders belastet werden als langbeinige. Und nicht alle Hunde eignen sich für lange Strecken und ein schnelles Lauftempo. Hier ist das Fingerspitzengefühl des Halters gefragt, der seinen Hund stets im Auge haben sollte. Starkes Hecheln und Zittern beispielsweise sind Anzeichen für eine Überlastung der Kondition.

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Trainingsplan auch schon für den jungen Hund Für den Hund sollte im Vorfeld des Trainings ein Plan erstellt werden. Das Ziel: die Kondition des Tiers aufzubauen und seine Muskulatur zu stärken. „Das Training kann beginnen, bevor der Hund ausgewachsen ist“, sagt Schramm: „Wenn man es vernünftig angeht, kann man den Hund zum Laufen mitnehmen, auch wenn er noch kein Jahr alt ist. Vernünftig heißt, man beginnt im Rahmen eines normalen Spaziergangs mit 20 Metern Laufstrecke.“ Ein ruhiger Trab, kein Galopp, auf weichem Untergrund wie etwa auf Waldwegen sei für die Gelenke des jungen Hundes weniger belastend als Toben mit Artgenossen und damit einhergehenden Bodychecks oder wildes Bälle- und Stöckchenwerfen mit massiven Stopps beim Hund. Ein schöner Nebeneffekt des frühen Trainings: Der Hund lernt schnell, ordentlich an der Leine zu laufen.

Der Hund benötigt Ausgleichzeit Der Vierbeiner gleich welchen Alters muss sich vor dem Lauftraining lösen können. Und er darf nicht müde wirken. Selbstredend, dass er die letzte Mahlzeit etwa zwei Stunden vor dem Training zu sich genommen hat. Mit vollem Magen laufen ist ungesund, wenn nicht sogar tödlich: Eine Magendrehung mit letalen Auswirkungen kann nur abgewendet werden, wenn unmittelbar ein Tierarzt aufgesucht werden kann. Auch braucht der Hund während der Laufeinheit Zeit für Kontakte mit anderen Hunden und zum Herumschnüffeln. Der canide Bedarf ist individuell und richtet sich auch danach, ob der Hund beim Training an der Leine geführt wird oder freilaufen darf. Schramm sagt, dass ein gut trainierter, nicht angeleinter Hund theoretisch durchaus eine Stunde laufen könne, sofern er sich zuvor lösen konnte. Im Laufe der Trainingseinheit ließe er sich zurückfallen, wenn er weitere Duftmarken setzen wolle. Aber: An der Leine geführt sollte man nach einer halben Stunde einen zehnminütigen Spaziergang einlegen, um dem Hund seine Ausgleichzeit zu verschaffen. Dazu zählt auch, dem Hund Trinkwasser anzubieten, damit er seinen Kreislauf stabil halten kann.

Trainingsintervalle und Tempo Wer regelmäßig mit Hund laufen will, sollte dies nicht täglich tun, sondern zwischen den Läufen zwei Tage Pause für den Vierbeiner einlegen. Auch hier muss wieder differenziert werden: Gesunde, gut trainierte Laufhunde wie Huskys, Malinois oder Australian Shepherds können täglich zum Jogging mitgenommen werden. Galopp ist für den Hund anstrengender als Trab. Übrigens schafft man in einer Stunde Laufen im entspannten Tempo acht Kilometer. Vorausgesetzt, der Hund ist gut trainiert und die Außentemperatur ist moderat.

Witterungsbedingungen und Ausstattung Wer einmal die Hand auf den sommerlich heißen Asphalt gelegt hat, kann sich vorstellen, dass der Boden beim Hund schnell zu Brandblasen führen kann. An heißen Tagen sollte man an den Waldrand fahren und mit dem Hund im Schatten laufen. An kalten Tagen sollte man nicht sofort lostraben, sondern den Hund warm werden lassen. Was die Ausstattung des Hundes betrifft, empfiehlt Schramm ein gutes Zuggeschirr: „Das ist besser als ein Halsband, es sei denn, der Hund trabt locker neben mir. Jede Art von Zug auf den Hundehals ist ungesund.“