Laufserie :  Joggen mit Hund will gelernt sein

Wer mit seinem Vierbeiner läuft, sollte einiges beachten. Die Hundetrainerin Corinna Gedig sagt, wie’s geht. Auch Dehnübungen für den Vierbeiner sind vorgesehen.

Hunde sind auch nur Menschen. Zumindest wenn es ums gemeinsame Joggen geht. Nämlich dann gilt für den Vierbeiner das gleiche wie für seinen Zweibeiner: gute Grundkondition und Muskulatur, nicht zu alt und nicht zu dick, keine Herzkrankheit oder sonstige Kurzatmigkeit. Das sagt Corinna Gedig, Physio-, Ernährungs- sowie Verhaltenstherapeutin und Hundetrainerin mit Hundeschule in Langenfeld.

Der Gesundheitsaspekt und auch die Rasse sind für Gedig die wichtigsten Kriterien, ehe man sich mit dem Hausgenossen auf die sportliche Tour begibt. Erst als zweites nennt sie „Leinführigkeit und Abrufbarkeit“.

„Joggen mit Herrchen oder Frauchen ist eigentlich das Beste, was man für die gute Mensch-Tier-Beziehung tun kann. Es ist bindungsfördernd und macht dem Hund Spaß“, sagt die Hundetrainerin. Immerhin sei der Mensch, da dürfe man sich nichts vormachen, mit seinen Interessen in der Regel eher ein langweiliger Zeitgenosse für den vierbeinigen Kumpel. „Am schönsten für alle Hunde ist es, wenn sie ohne Leine ihren sportlichen Menschen auf Schritt und Tritt begleiten“, sagt sie.

  • Hunde können ein perfekter Laufpartner sein
    Leine, Temperaturen, Regeln : So gelingt das Laufen mit dem Hund
  • Laufen und Muskeltraining : Joggen und Muskelaufbau – so steigern Sie Ihre Muskelkraft und Leistung
  • Die RP-Redaktion hat den passenden Soundtrack
    Playlist für den richtigen Rhythmus : Das sind die besten Songs zum Joggen

Da könne der Hund das Tempo selbst bestimmen, sich auch mal am Wegesrand von verführerischen Düften stoppen lassen, um dann schnell wieder aufzuholen. Meist habe der frei laufende Hund als Sportpartner nur wenig Interesse an Hundebegegnungen auf der Strecke. Dafür sei er viel zu sehr auf seinen Besitzer konzentriert und darauf, neben ihm freudig einher zu laufen.

Sicher gibt es auf manchen Joggingstrecken auch Passagen, wo das Anleinen angebracht ist. Zum Beispiel an Straßen oder wenn viel Feiertags-Betrieb mit Rädern und Fußgängern herrscht. „Man sollte wissen, dass das für den Hund mental anstrengend ist“, sagt Gedig. Denn viele Eindrücke, viele Gerüche und Geräusche und dabei die Beine des Läufers immer im Blick zu halten, ist nicht für alle Vierbeiner ein Vergnügen, sondern eine Herausforderung.

Die Leinenführigkeit sollte auf jeden Fall beherrscht werden – von Mensch und Tier. Den Spaß an der gemeinsamen Unternehmung kann es schon vergällen, wenn der Hund überall anhält, um Artgenossen zu begrüßen, sie anzubellen oder etwas Wichtiges anzupieseln, statt seine Tour ohne Unterbrechung im Trab locker fortzusetzen. „Natürlich lässt sich das alles trainieren“, beruhigt Gedig.

Beachten sollte man vor dem gemeinsamen Start unbedingt auch die Außentemperatur beim Mensch-Tier-Erlebnis, sagt die Expertin. „Hunde können nicht schwitzen und sich vom Laufwind abkühlen lassen. Sie müssen das über das Hecheln tun. Auf Hunde mit dickerem Fell sollte man ein besonderes Augenmerk richten. Sobald sie zurückfallen und zu sehr hecheln, sei die Unternehmung zu viel.

Wenn Hund und Menschen dann erfolgreich ihre Runde gedreht haben, dann tut auch dem tierischen Laufpartner – man hört und staunt - eine kurze Dehneinlage gut, sagt Gedig. Mit einem Leckerchen vor der Nase kann man ihn dazu bewegen, sich im Stand nach rechts oder links zu drehen und die Seitenmuskulatur zu lockern. Unter die Brust gehalten, lässt sich die Nackenmuskulatur dehnen, weil der Hund der Leckerei mit der Schnauze folgt. Nach hinten höher über den Kopf gehalten, schmeißt der Vierbeiner den Kopf weit nach hinten und tut so etwas für seine Brustmuskulatur. Die Oberschenkel des Lieblings kann man kurz einmal mit Gefühl nach hinten ziehen. „Ein angenehmes Gefühl für jeden Hund“, versichert die Trainerin. Ihr Hund schaut sie dankbar an.

Wie sich jeder Hund sicher bei Fuß bewegt und dabei auch noch Spaß hat, erklärt sie in ihren Kursen und Einzelstunden.

Die Hundeschule Corinna Gedig versteht sich als ganzheitlich. Sie bietet Beratung rund um den Hund von Zucht, Aufzucht, Rassekunde, Welpenkauf bis Gesundheit, Ernährung, Equipment, Erziehung und Ausbildung. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hsh-gedig.de.