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Mönchengladbach: Hier kann sich Rheydt entwickeln

Mönchengladbach : Hier kann sich Rheydt entwickeln

Zwischen Rheydter Bahnhof und Eisenbahnstraße gibt es große Areale, die für Wohnungsbau und Gewerbe nutzbar sind. Das Gelände des Güterbahnhofs wird in einer Versteigerung für 715.000 Euro angeboten.

Wer einen Rheydt-Besucher schocken will, muss ihn durch den Tunnel am Bahnhof zur Mittelstraße führen. Die mögliche Bewertung des Gastes "Nicht schön" wäre gewaltig untertrieben. Und wenn er dann den Angstraum Tunnel verlässt und auf die Mittelstraße tritt, wird sich seine Laune nicht wesentlich bessern. Viel befahren, wenig Struktur, dazu eng.

Wer den Gast aber über die Mittelstraße hinweg und in die Goetersstraße führt, glaubt in einer anderen Welt zu sein: Rechts und links stehen Villen, es ist ruhig und sogar beschaulich. Und wer dann noch den - allerdings mit Graffiti verschmierten - Tunnel durchquert, hat auf der linken Seite den Schmölderpark vor sich. "Hier ist viel Entwicklungspotenzial", sagt Joachim Roeske, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd. "Dieses Gebiet kann sehr wichtig für Rheydt werden", ergänzt Horst Schnitzler, SPD-Sprecher im Süden.

Das Foto oben zeigt das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Links der Tunnel, der die Verbindung von der Mittelstraße über Goetersstraße zur Eisenbahnstraße herstellt. Hier sieht der Masterplan einen grünen Korridor vor. Die Bahn hat den Tunnel in ein Sanierungsprogramm aufgenommen. Rechts Jochen Roeske (l.) und Horst Schnitzler vor dem Tunnelaufgang Mittelstraße. Dieser müsste verschwinden, damit die Mittelstraße überplant werden kann. Foto: Karhausen/Weber

Deshalb wollen CDU und SPD eine Strukturanalyse für das gesamte Gebiet auf den Weg bringen. Heute wird sie in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd erstmals Thema. Und wer mit den beiden Stadtteilpolitikern das ganze Areal einmal abgeht und die unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten durchspielt, erkennt sehr schnell: Hier kann Rheydt wachsen und vielfältige Antworten geben - auf die Fragen, wo künftig Potenzial für Wohnen, Gewerbe und städtische Infrastruktur sein kann.

Der fiese Tunnel von Bahnhof zur Mittelstraße müsste zumindest teilweise geschlossen werden, damit die eingeengte Fahrbahn der Mittelstraße vergrößert werden kann. Eine Grünverbindung durch den Tunnel der Umgehungsbahn vom Bahnhof bis zum Schmölderpark ist ein weiteres Projekt - es steht im Masterplan als Empfehlung von Stararchitekt Nicholas Grimshaw. "Die Stadt ist hier in der Verantwortung. Sie kann die Planung vorgeben", sagt Roeske.

Foto: Dieter Weber

Dies trifft bereits zu auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Eisenbahnstraße: Das Grundstück - rund 45.000 Quadratmeter groß mit einigen, allerdings sanierungsbedürftigen Gebäuden und Hallen - gehört der Bahn, die Planungshoheit liegt aber bei der Stadt. Das Areal wird im Rahmen einer Auktion vom Auktionshaus Karhausen für 715.000 Euro angeboten. Roeske und Schnitzler sind sich einig: "Mit einer perspektivischen Planung kann man Investoren klare Hinweise geben. So kann man auch Fehlentwicklungen vorbeugen."

(RP)