Mönchengladbach: Fit für die digitale Zukunft

Mönchengladbach: Fit für die digitale Zukunft

Im Smart-Camp trainieren Mönchengladbacher Schüler Medienkompetenz im Umgang mit den sozialen Netzwerken.

Die digitale Welt entwickelt sich rasend schnell. Angebote oder Netzwerke, die gestern noch ganz neu waren, lösen heute bei Jugendlichen nur noch ein müdes Lächeln oder ein Hochziehen der Augenbrauen aus. Facebook, ach du meine Güte, man ist ja längst bei Instagram oder Snapchat. Dieser rasante Wechsel macht es Schulen und Lehrplänen schwer, Schritt zu halten. Aber Medienkompetenz ist heute nötiger denn je. Deshalb ist das Smart-Camp-Angebot, das die Initiative BG3000 den Schulen macht, so gut nachgefragt. Schulen können Workshops buchen und interneterfahrene junge Trainer arbeiten mit den Schülern, geben Tipps und weisen auf Fallstricke hin.

Im Hugo-Junkers-Gymnasium wird ein solches Smart-Camp von Montag bis Mittwoch, 23. bis 25 Januar, durchgeführt. Drei Tage lang geht es um Instagram und ums Bloggen, um Youtube und Live-Hacking. "Unsere Trainer kommen von der Front", sagt Simone Stein-Lücke, die Initiatorin. Das klingt erst mal martialisch, bedeutet aber in erster Linie, dass da Leute kommen, die sich erfolgreich in den sozialen Netzwerken betätigen, damit sogar Geld verdienen und deshalb von den Jugendlichen akzeptiert und oft auch bewundert werden. Die Schüler können zwischen unterschiedlichen Workshops wählen.

Torsten Küpper von Huawei Technologies, Schulleiter Torsten Petter, Initiatorin Simone Stein-Lücke, Schirmherr Günter Krings (v.l.). Foto: Knappe

Wenn sie sich beispielsweise für den Workshop Youtube entscheiden, lernen sie nicht nur, wie man entsprechende Videos produziert, sie erfahren auch, wie viel Arbeit und Geld in den Erfolgsvideos steckt. "Da wird nicht mal eben so ein Video gedreht", sagt Kristina Schaufler, die das Smart-Camp im Hugo-Junkers-Gymnasium leiten wird. "Da werden mindestens zwölf bis vierzehn Stunden Arbeit investiert." Aber natürlich kann man heute mit dem Internet auch Geld verdienen. Deshalb gibt es auch ein Modul, das sich mit Existenzgründung beschäftigt. Die Zukunft der Arbeit ist schließlich digital.

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Es geht aber auch darum, den Jugendlichen klar zu machen, wie das Geld verdient wird, nämlich unter anderem durch Werbung. Wenn ein Produkt in einem Youtube-Video in die Kamera gehalten wird, ist das natürlich ganz und gar nicht absichtslos. Das müssen die Nutzer ebenfalls lernen. "Die Schüler sollen die Geschäftsmodelle durchschauen und sich nicht manipulieren lassen", erklärt Simone Stein-Lücke.

Sechs Referenten stehen an den drei Tagen bereit, um mit den Jugendlichen zu arbeiten. 150 Schüler werden teilnehmen: nicht nur der gesamte neunte Jahrgang des Gymnasiums, sondern auch Schüler der Realschule an der Niers und der Gemeinschaftshauptschule Dohr, die mit dem Hugo-Junkers-Gymnasium den Schulverband Rheydt bilden. Das Smart-Camp-Angebot ist für die Schulen kostenlos. Finanziert wird es über die Konrad-Adenauer-Stiftung und Sponsoren wie dem Technologiekonzern Huawei. Bereits 2500 Schüler sind im vergangenen Jahr durch die Smart-Camps gegangen. Sollten weitere Mönchengladbacher Schulen Interesse an dem Angebot haben, können sie per E-Mail (info@bg3000.de ) Kontakt aufnehmen. "Bisher haben wir noch keine Schule abgewiesen", sagt Simone Stein-Lücke.

(RP)
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