Erkrath: Sandheider Markt: Ideen gegen Tristesse

Erkrath : Sandheider Markt: Ideen gegen Tristesse

Bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post mangelte es den Gästen nicht an Vorschlägen. Feste sollen für Leben sorgen.

In zwei Dingen waren sich die Besucher der Mobilen Redaktion auf dem Sandheider Markt gestern Nachmittag einig: Der umgebaute Platz, der vor einem Jahr eröffnet wurde, ist ein freundlicher Ort. Und: Ohne Standortkooperation von Eigentümern, Anwohnern und Geschäftsleuten wird er dennoch weiterhin tot bleiben. Bei Kaffee und Gebäck am Stand der Rheinischen Post debattierten Anwohner, Politiker und Verwaltung gestern knapp zwei Stunden, wie man Leben auf den Platz und hinter die vielen toten Schaufenster bekommt.

Die Ideen reichten von "vielen Festen", so Karin Fink, Anliegerin und Behindertenbeauftragte der Stadt, über Flohmärkte, ein ganzes Festwochenende mit interkulturellen Treffen und ökumenischen Gottesdiensten unter freiem Himmel bis zu "Ochsen am Spieß" (O-Ton Udo Kampschulte vom Arbeitskreis Tourismus in Erkrath) und spanischen Delikatessengeschäften mit Angeboten aus anderen Ländern — ganz auf die Bewohnerstruktur in Sandheide zugeschnitten.

Dass das Subzentrum Sandheide neben dem Hochdahler Markt niemals zum Einkaufsdorado werden kann, war allen Beteiligten klar. Dennoch: Beratungsstellen — zum Beispiel vom Gesundheitsamt —, Vereinsgeschäftsstellen und andere Dienstleister könnten Publikum anlocken, waren viele der Ansicht.

Alexander Weis, Amtsleiter für Stadtplanung, stellte klar, dass die Verwaltung nach dem gelungenen Umbau nur bedingt weiterhelfen kann. "Erst einmal muss sich hier eine Werbegemeinschaft gründen", sagte er. Das soll wohl am nächsten Mittwoch der Fall sein. Dorothea Mittemeyer, die seit August im Amt für Wirtschaftsförderung sitzt, hat sich Gedanken gemacht: "Vielleicht müssen wir eine Bürgerbefragung vor Ort durchführen", sagt sie. "Ich werde auch die Eigentümer bitten, leerstehende Flächen in unsere Immobiliensuchmaschine einzustellen."

Rolf Steuber, FDP-Ratsmitglied, hat einen ganz eigenen Ansatz. "Was hier fehlt, sind vor allem junge Familien", sagt er. Auch seine Tochter hätte mit ihrem Mann nach einer geeigneten Fläche zum Bauen in Hochdahl gesucht, aber nichts gefunden. "Viele Anwohner wollen keine neuen Leute hier. Deshalb vergreist Hochdahl allmählich", kritisiert er die Einstellung einiger Mitbürger. Es sei nötig, dass die Stadt neue Bauflächen ausweise. Zudem fehle am Sandheider Markt eine Möglichkeit, morgens zu frühstücken oder mittags eine Kleinigkeit für wenig Geld zu essen. "Die Kupferkanne ist zwar beliebt, aber nur fürs Abendessen", sagte er. Er wünscht sich deshalb ein kleines Café oder Bistro.

(RP/ila)
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