An(ge)dacht: Grablicht erinnert ans ewige Leben

An(ge)dacht : Grablicht erinnert ans ewige Leben

Scheußlich! – finden die meisten Zeitgenossen das Wetter im November, wenn uns nicht gerade ein paar verspätete Sonnenstrahlen verwöhnen. Meistens ist es doch regnerisch, kalt oder nebelig und ungemütlich. Die Natur zieht sich in sich zurück; der erste Frost hat etliche Pflanzen absterben lassen und die Zugvögel haben sich schon vor Wochen auf den Weg in den sonnigen Süden begeben. Der November hat so seine eigene Stimmung: Das frühe Dunkelwerden, die kahlen Bäume, die welkende Natur. Abschied, Vergehen, Sterben lassen, sich in der Natur beobachten. Nicht umsonst sind die Gedenktage an unsere Verstorbenen in diesem Monat angesiedelt: Allerheiligen/Allerseelen, Volkstrauertag, Ewigkeits- oder Totensonntag. Diese stillen Tage, oft verbunden mit dem Besuch der Gräber unserer Lieben, laden uns ein, über die eigene Vergänglichkeit und Sterblichkeit nachzudenken. Unser Leben ist endlich, zumindest hier auf dieser Erde. Aber wir Christen glauben – wie viele andere Menschen mit uns – an ein Weiterleben nach dem Tod. Die Lichter, die wir auf den Gräbern entzünden, die immergrünen Gestecke und Kränze, die wir dort hinstellen, sind Symbole, Zeichen dafür. Sie erinnern uns an das ewige Leben, das uns verheißen ist. Der Garant dafür ist unser Herr Jesus, den wir als den Auferstandenen verkünden. Er lässt uns teilhaben an diesem neuen Leben. Es kommt noch was nach dem Tod! Wir Christen sagen sogar: Es geht dann erst richtig los! Nach dem Tod beginnt das ewige Leben! Auch in der Natur gibt es für dieses neue Leben tröstliche Zeichen: Die neuen Knospen sitzen schon an den Zweigen, das Wintergetreide keimt schon auf, auch die Frühlingsblumen treiben schon in der Erde. Das Leben geht weiter!

Pfarrer Günter Ernst, St. Johannes der Täufer und Mariä Himmelfahrt

(RP)
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