Projekt Soziale Stadt: Erkrather Stadtteil Sandheide hat bald einen Stadtteilbeirat

Quartiersmanagement: Sandheide bekommt einen Stadtteilbeirat

Er soll die Bürger-Interessen vertreten und bei den Planungen zum Maßnahmenpaket „Soziale Stadt“ mitwirken. Mit Hilfe von Quartiersmanagerinnen.

Im Dezember 2016 wurde das Mammut-Projekt "Soziale Stadt Sandheide" vom Rat beschlossen - zwei Mal, nach einem Einspruch des Bürgermeisters. Ein halbes Jahr später wurde der Antrag in das Förderprogramm "Soziale Stadt NRW" aufgenommen. Nachdem in eineinhalb Jahren Vorlaufzeit bisher nur die groben Handlungsfelder geplant waren, kommt langsam Bewegung in die Sache. Die Stadtverwaltung hat das Projekt nun in einer öffentlichen Informationsveranstaltung den Bürgern vorgestellt.

Im Zuge der Umsetzung der Sozialen Stadt (2017 bis 2026) sollen Wohnumfeld und Infrastruktur verbessert, Maßnahmen zu Integration, Teilhabe und Bildung umgesetzt und das Image des benachteiligten Stadtteils aufgewertet werden. Die Projektplaner haben vier Handlungsfelder identifiziert und das Planungsgebiet auf die Sandheide, die Schildsheide und den Stadtweiher festgelegt.

Eine wichtige Rolle kommt dabei dem Quartiersmanagement zu. Es soll die Schnittstelle zwischen Einwohnern und Verwaltung werden. Die Quartiersmanager sind direkt vor Ort, machen sich ein Bild der Lage und sind in Sprechstunden für die Bürger zur Stelle. Die Projektleiterin der "Sozialen Stadt", Jana Fricke, stellte das Büro "Stadt + Handel" aus Dortmund als mit dem Quartiersmanagement betraute Experten vor.

Anne Kraft und Saskia Goebel von "Stadt + Handel" werden ab August ihre Arbeit vor Ort aufnehmen. Anne Kraft bringt Erfahrung mit einer "Sozialen Stadt" in Leipzig-Grünau mit und sagt: „Ich bin gespannt, die Mentalität der Sandheider kennenzulernen". Saskia Goebel verspricht eine „Bündelung von Kräften" und eine „Nutzung von Synergien". Sie wird ab August dienstags mit Sprechstunden in ihrem Büro am Sandheider Markt für die Bürger zur Verfügung stehen.

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Ein anderer wichtiger Akteur will ebenfalls nach der Sommerpause zusammenfinden: Ein Stadtteilbeirat Sandheide soll als unabhängiges Gremium gegründet werden, um die Interessen der Sandheider zu vertreten, an der Planung der Maßnahmen mitzuwirken und Entscheidungen über Anträge zum so genannten Verfügungsfonds zu treffen.

Der Verfügungsfonds ist ein mit 70.000 Euro gefüllter Fördertopf, mit dem Bürger oder Vereine selbst eigene Ideen umsetzen können. Wer etwa ein Blumenbeet anlegen, eine Infobroschüre auflegen oder ein Stadtteilfest veranstalten möchte, kann beim Quartiersmanagement einen Antrag auf Geld aus dem Verfügungsfonds stellen. Antragsberechtigt ist jede juristische Person, nur muss die Maßnahme im Planungsbiet stattfinden.

Der Stadtteilbeirat prüft die Begründung und entscheidet über die Bewilligung. Beim Infoabend, zu dem weniger einzelne Bürger als Vertreter von Vereinen gekommen waren, wurde ausgiebig über den Beirat diskutiert. Wer entscheidet, wer in den Beirat kommt und wie soll sichergestellt werden, dass die Zusammensetzung eine kompetente Vertretung aller Sandheider Bürger darstellt?

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