Erkrath: Räder vom Weltmeister

Erkrath: Räder vom Weltmeister

Seit 25 Jahren betreibt Hans Michalsky ein Radsportgeschäft in Erkrath.Mit seiner Abfindung von der Bundeswehr machte sich der sechsmalige Deutsche Meister selbstständig.

Hans Michalsky gehört zu den wenigen, die sich zumindest über einige Folgen der Klimadebatte freuen können. Der Fahrradhändler aus Hochdahl stellt fest: „In den letzten Jahren kommen Kunden zu uns, die Fahrten vom Auto aufs Fahrrad verlagern wollen, zum Beispiel den täglichen Weg zur Arbeit.“

Zwei Olympia-Teilnahmen

Michalsky weiß: „Das war in den letzten zwanzig Jahren eigentlich völlig tabu.“ Gestern konnte er auf fünfundzwanzig Jahre Betriebsgeschichte zurückblicken. Im April 1982übernahm er ein Fahrradgeschäft in der Schildsheider Straße, nach acht Jahren zog er in die Sandheider Straße um. Nach 16 Jahren und 19 versuchten Einbrüchen zog er vor zweieinhalb Jahren in neue Räumlichkeiten in der Schimmelbuschstraße ein. Dass er 1982 den Schritt zur Selbstständigkeit wagen konnte, verdankte er einer Abfindung, die er nach 8 Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr erhielt: „Mit dem Geld konnte ich in den Laden einsteigen.“ Seine Zeit bei der Bundeswehr war geprägt von Höchstleistungen im Radsport: Michalsky holte sechs Titel als Deutscher Meister, fünf in der 1000m-Disziplin und einen auf dem Tandem. Neben zwei Olympia-Teilnahmen in München 1972 und Montreal 1976 wurde er auch dreimaliger Militär-Weltmeister im Radrennsport.

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Michalskys Rückblick auf 25 Jahre Betriebsgeschichte fällt positiv aus: „Die Jahre waren stressig, aber erfolgreich.“ Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Fahrradmarkt Anfang der 90er-Jahre, als, so Michalsky, „das Fahrrad noch einmal neu erfunden wurde.“ Mit Trekking- und City-Rädern sowie Mountain-Bikes sei die Nachfrage damals geradezu explodiert. Damit einher ging ein erheblicher Wandel im Zweiradhandwerk. Michalsky erinnert sich: „In den 80ern haben wir noch viele Fahrräder selbst gebaut oder teilweise erheblich an spezielle Bedürfnisse angepasst. Ab den 90ern gab es dann immer mehr Fahrrad-Typen, so dass viele Spezialanfertigungen entfielen.“ Daher wurden auch größere Räumlichkeiten für sein Geschäft immer wichtiger. In der Hochsaison im Sommer hat Michalsky oftmals mehr als 1000 Fahrräder im Geschäft stehen: „Die Bedürnisse sind sehr unterschiedlich.“

Wetterabhängig

Dass das Geschäft mit dem Fahrrad vom Wetter und der Saison abhängt, macht Michalsky als Geschäftsmann zu schaffen: „Im Sommer könnte ich locker zehn Mitarbeiter hier beschäftigen, im Winter sind wir manchmal schon zu zweit überbesetzt.“ In die Zukunft blickt Michalsky optimistisch. Langfristig würde er sich gern zur Ruhe setzen und zu seiner Frau ziehen, die bereits seit knapp zehn Jahren auf der Ostseeinsel Rügen lebt: „Aber das ist nun mal das Los der Selbstständigen.“

(RP)
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