Geschichte: Auf Zeitreise durch Langst und Kierst

Geschichte: Auf Zeitreise durch Langst und Kierst

Einen Spaziergang durch rund 1000 Jahre mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Geschichte erlebten mehr als 60 Interessierte in den Bürgerräumen von Langst-Kierst. Viele Einwohner waren überrascht, was ihre Umgebung so alles erlebt hatte. Dass der heilige Suitbert schon vor mehr als 1300 Jahren von Kaiserswerth aus gewirkt hatte, war bekannt. Dass aber auch der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. 1694 gleichsam der erste Nutzer des heutigen Campingplatzes gewesen ist, war neu.

Dies schilderte Landeshistoriker Mike Kunze ebenso wie die Querelen der Kapellengemeinde Kierst mit der Mutterpfarrei in Lank. Kern des Vortrages waren allerdings neueste Erkenntnisse zum Nauenhof. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit konnten die vom Hof des Neusser Stiftes St. Quirinus abhängigen Bauern von Leibeigenen zu wohlhabenden Pächter aufsteigen. Die St. Martinus-Bruderschaft und der Geschichtsverein hatten die Veranstaltung in Kooperation gestaltet und freuten sich über den Erfolg im bis auf den letzten Platz besetzten Bürgerraum.

"Unser Wahlspruch Glaube-Sitte-Heimat bedeutet eben auch, dass wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen", erklärte Brudermeister Dirk Humborg das Engagement. "Heimatgeschichte ist und bleibt für ein breites Publikum interessant und unsere Forschungen bringen ja immer noch Neues zutage", berichtet Kunze. Da bleibe auch für die kommenden Jahre viel zu erzählen!

(RP)