Meerbusch: Bürger ärgern sich über hohe Zahl von Nachtflügen

Meerbusch: Bürger ärgern sich über hohe Zahl von Nachtflügen

Im Jahr 2017 soll es laut dem Meerbuscher Verein "Bürger gegen Fluglärm" so viele Nachtflüge wie nie zuvor gegeben haben. Das berichtet nun Vereinsmitglied Georg Regniet, der alle Flugbewegungen des Düsseldorfer Airports in einer Datenbank festhält. "Wir haben im vergangenen Jahr 11.372 Starts und Landungen nach 22 Uhr gezählt, das sind noch einmal 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr", sagt Regniet. Auch die Verspätungen nach 23 Uhr hätten mit 2009 Starts und Landungen ebenfalls noch einmal um 0,7 Prozent zugenommen. "Der Flughafen hatte eigentlich Besserung gelobt, davon ist aber absolut nichts zu spüren", beschwert sich der Verein. Eine Besserung sieht "Bürger gegen Fluglärm" immerhin bei den genehmigungspflichtigen Landungen nach 24 Uhr. Laut Regniet wurden 26 Landungen zwischen 0 und 6 Uhr gezählt. 2016 waren es 49 gewesen. Auch die Starts nach 22 Uhr stellten jedoch ein Problem dar, sagt Regniet. Diese seien eigentlich nur mit Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht erlaubt, es gebe aber ein Schlupfloch. Nämlich wenn sie vor 21.50 Uhr von ihrer Parkposition abrollen. "Wann sie dann starten, ist unerheblich", schreibt der Verein. Und es gebe Situationen, in denen das dauern könne. Beispielsweise bei Überlastung des Luftraumes oder wenn die Flugzeuge enteist werden müssten. Im Jahr 2017 sei das 105 Mal der Fall gewesen, von 151 Starts nach 22 Uhr insgesamt.

"Die inzwischen recht restriktiv vergebenen Ausnahmegenehmigungen zeigen, dass es möglich ist, die Anwohner vor nächtlichem Fluglärm zu schützen", sagt Christoph Lange, Vorsitzender von "Bürger gegen Fluglärm. Der Flughafen nehme sich aber zu viele Sonderrechte heraus. "Die Nachtflugbestimmungen müssen dringend verschärft werden. Hier ist die neue Landesregierung gefordert", so Lange.

(RP)