Leichlingen: Alternative Wohnmodelle interessieren Leichlinger

Leichlingen: Alternative Wohnmodelle interessieren Leichlinger

Rund 50 Senioren und jungen Familien könnten sich vorstellen, in Mehrgenerationenhäusern zu leben,

Immer mehr Menschen machen sich mit zunehmenden Alter Gedanken darüber, wie sie in Zukunft leben wollen. Früher - als der Individualisierungsprozess noch nicht so fortgeschritten war wie heute - war es üblich, in Großfamilien zu leben: Drei bis vier Generationen lebten dann häufig unterm selben Dach, halfen sich gegenseitig.

Heute ist dieses Wohnmodell eher eine Besonderheit. Es gibt immer mehr Kleinfamilien oder Singlehaushalte und Senioren, die ihre Häuser aufgeben, um in kleine, für sie handhabbare Appartements umzuziehen. Das Seniorenheim ist für die Meisten die allerletzte Lösung, weiß Quartiersmanagerin Hilde Cordes: "Alle wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben", sagt sie. Weil das so ist, und weil sich immer mehr Menschen Gedanken darüber machen, lud der Quartierstreff zum Vortrag über neue Wohnformen ein. Rund 50 Gäste erschienen. "Wir waren selbst ganz überrascht von der Resonanz", sagt Cordes. Doch nicht nur das Interesse war groß.

Viele scheinen sich auch vorstellen zu können, in einem so genannten "Mehrgenerationenhaus" zu leben. Statt mit der eigenen Familie ziehen dort allerdings interessierte Menschen ein, die sich vertraglich dazu bereit erklären, sich gegenseitig zu unterstützen, berichtet Cordes. In einigen Städten gibt es solche realisierten Projekte, etwa in Bonn. "Eine Baugenossenschaft hat dort 33 Wohnungen in einem Haus fertig gestellt, das von 50 Erwachsenen und 18 Kindern bewohnt ist." Die jungen Eltern erledigen bei ihrem Wocheneinkauf beispielsweise den Einkauf der Senioren mit, die wiederum holen die Kinder am Mittag aus der Kita ab oder betreuen sie am Nachmittag. "Es ist ein Geben und Nehmen, von dem beide Seiten etwas haben", erzählt Hilde Cordes.

Ein anderes Modell könnte auch eine reine Senioren-WG sein. Die älteren Herrschaften leisten sich Gesellschaft und teilen sich bei Bedarf den Pflegedienst. "So etwas Ähnliches haben wir auch in Leichlingen", verrät die Quartiersmanagerin. Ein Mehrgenerationenhaus wäre aber neu. Doch genau dafür hatten sich viele beim Vortrag ü interessiert. "Wir wollen Anfang 2018 ein Treffen organisieren und dort nun weiter überlegen, wie sich ein solches Projekt in Leichlingen umsetzen und finanzieren ließe." Über eine Teilnehmerliste konnten die Interessenten ihre Kontaktdaten hinterlassen, über die Cordes sie dann im kommenden Jahr über ein Treffen informieren will.

Weitere Interessenten für ein solches Projekt können sich im Quartierstreff, Gartenstraße 4 melden, etwa telefonisch unter 02175 9907426.

(RP)