Monheim Verein will Turnhalle jetzt selber bauen

Monheim · Die Sportgemeinschaft Monheim leidet unter den Engpässen bei den Indoor-Kapazitäten.

Die Sportgemeinschaft Monheim (SGM), der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt, sorgt sich um seine Zukunft. Grund sind die immer begrenzteren Nutzungszeiten der Sporthallen. Aber auch das umfangreiche Investitionsprogramm der Stadt sorgt für zumindest vorübergehende Ausfälle. "Nach den Sommerferien wird die Peter-Ustinov-Gesamtschule die Sporthalle bis 18 Uhr selber nutzen, dann fallen weitere acht Stunden für die SGM weg", sagt Vorsitzender Karl Heinz Göbel. Dabei sei die Einschränkung zu beachten, dass 1400 der 2700 Mitglieder unter 14 sind. "Für die Kinder kann man keine Kurse nach 20 Uhr anbieten."

Göbel beklagt, dass die Stadt ihre Zusagen nicht eingehalten habe. So sollte der Bau für die neue Halle im Heinrich-Häck-Stadion Mitte 2015 starten. "Wir mussten aber das Ausschreibungsverfahren wiederholen. Ich hoffe, dass wir Ende 2017/Anfang 2018 mit dem Bau beginnen können, so dass sie Ende 2018 fertig wäre", erklärt der städtische Gebäudemanager Michael Lobe. Den Abriss der Gebäude der Anton-Schwarz-Hauptschule datiert er unbestimmt in die erste Jahreshälfte 2018. "Es hieß immer, erst wird gebaut, dann abgerissen", schimpft Göbel. Ihm reißt jetzt der Geduldsfaden und schlägt vor, dass die Stadt der SGM einen Zuschuss zur Verfügung stellen sollte, damit sie auf dem Grundstück neben der Turnhalle der ehemaligen Wilhelm-Busch-Schule, an der Oranienburger Straße, eine Halle in Eigenregie baut. Es handelt sich um das Grundstück, das ursprünglich der Ditib-Verein für den Moscheebau erhalten sollte. "Wir müssen nicht so hohe Auflagen bei der Ausschreibung erfüllen wie die Stadt. Für uns wäre es daher leichter, Baufirmen zu finden", erklärt er.

Göbel räumt zwar ein, dass am Schulzentrum Lottenstraße und an der Gesamtschule neue Turnhallen entstehen. "Aber wir können den Kindern nicht sagen, dass sie während der Bauzeit eben zu Hause bleiben müssen." Schon jetzt fielen für die erfolgreiche Judo-Abteilung in der Turnhalle Lottenschule wegen schulischer Veranstaltungen immer wieder Trainingseinheiten weg. Dazu kämen erschwerte Trainingsbedingungen für die Leichtathleten, weil die Laufbahn im Jahnstadion durch unkontrolliertes Wurzelwachstum beschädigt sei.

"Wir in Baumberg fühlen uns mittelbar betroffen, wenn der Druck der Monheimer Sportvereine auf unsere Hallen zunimmt", sagt Helmut Wilk, Vorsitzender des BTSC. In dem vom Stadtsportverband ausgearbeiteten Hallenbelegungskonzept sei von einer Mindestzahl von zwölf Personen pro Kurs die Rede. In Randsportarten, wie dem Behindertensport und in Kleinkindergruppen, sei die Teilnehmerzahl immer geringer. "Wir müssen aufpassen, dass diese Gruppen nicht unter Druck geraten", sagt Wilk. Ansonsten sei man in Baumberg entspannt. Die neue Turnhalle im Waldbeerenberg wird fristgerecht Ende 2017 fertig, versichert Lobe. Der Abriss der Turnhalle an der Geschwister-Scholl-Straße folgt dann 2018.

(RP)
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