Kalkar: Zukunft des Markts vertagt

Kalkar: Zukunft des Markts vertagt

Im Bau- und Planungsausschuss wurden drei mögliche Konzepte für die Gestaltung des historischen Platzes am Rathaus vorgestellt. Jetzt stehen Beratungen in den Fraktionen aus, bevor es am 21. April eine Entscheidung gibt.

Die Frage, was aus dem Kalkarer Markt wird, geht in die nächste Runde. Donnerstagabend wurden die drei favorisierten Entwürfe ein weiteres Mal von den planenden Büros vorgestellt. Eine Entscheidung wollte der Ausschuss für Bau, Planung, Verkehr und Umwelt aber nicht treffen. Es gebe noch Beratungsbedarf in den Fraktionen hatte der Ausschussvorsitzende Peter Sakowski erklärt. In der nächsten Sitzung am 21. April soll jetzt die Entscheidung fallen.

Barrierefreiheit herstellen

Eine klare Linie sieht der Entwurf der Planungsgruppe Skribbe-Jansen aus Münster vor. Das Rathaus soll in die Mitte des Platzes rücken, dadurch dass auch der Bereich hinter selbigem bis zum Stadtmuseum neu gestaltet wird. Die alte Gerichtslinde soll deutlicher als Ort der Erholung in Erscheinung treten. Eine Parkplatzreihe wird zurückgebaut, um die Linde zur Geltung zu bringen, die Zufahrt von der Kesselstraße gesperrt. Alle "verzichtbaren Einbauten" sollen von dem Rheinkiesel-Pflaster verschwinden. Barrierefreiheit wird rund um den Markt und das Rathaus hergestellt, die Terrassen vor der Gastronomie im Norden sollen verschwinden, eine "lange Tafel" mit Sitzplätzen gegenüber der Gastronomie entstehen. Lichtakzente sollen Rathaus, Linde und Häuserkante hervorheben.

Davids, Terfrüchte und Partner aus Essen sehen keine Möglichkeit den Zugang zur Gastronomie barrierefrei zu ermöglichen. Die Bank an der Linde soll durch ein Podest ersetzt werden, das auch als kleine Bühne dienen kann. Die umzäunten Terrassen an der Nordseite des Platzes dürfen bleiben. Um den Platz und das Rathaus soll ein Basaltpflaster gelegt werden, das die Stolpergefahr minimiert. Kritik gab es von Landeskonservator Dr. Andreas Stürmer, der die Vorstellungen aufmerksam verfolgte. Die geplanten Eingriffe in den einzigartigen Rheinkiesel, um den Weg vor dem Rathaus zu ebnen und Platz für Gastronomie-Terrassen an der Nordseite zu schaffen, lehnte er ab.

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Keine historisierende Gestaltung streben die GTL Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf an. Sie empfehlen ebenfalls den Rückbau der "nicht stadtbildkonformen" Terrassenflächen vor der nördlichen Gastronomie. Kastenförmige Sommerlinden sollen die Marktkante säumen. Großformatiger Plattenbelag soll der Gastronomie am nördlichen Platzrand Raum geben. Für Rampen in die Gastronomiebetriebe sehen sie bei geforderten sechs Prozent Steigung Schwierigkeiten. Die Poller sollen wegen ihres teils schlechten Zustandes ersetzt werden, vielleicht durch moderne Halbkugeln. Das Beleuchtungskonzept setzt auf die "nächtliche Inszenierung" von Rathaus, Gerichtslinde und Platzkante.

Positives Signal

In vielen Punkten liegen die Entwürfe der drei Büros sehr nahe beieinander. Über die Feinheiten und Präferenzen können die Ratsmitglieder jetzt in ihren Fraktionen beraten. Ein positive Signal gab es grundsätzlich auch vom Landeskonservator: "Keiner der Pläne würde Kalkar zerstören".

(RP)