Fußball: Kleve kann warten

Fußball: Kleve kann warten

Fußball-NRW-Liga: Der 1. FC Kleve gastiert morgen um 15 Uhr bei der U 23 von Rot-Weiss Essen. Im traditionsreichen Georg-Melches-Stadion wird die Partie ausgetragen.

Gegen Reserve-Mannschaften zu spielen, ist für viele Fußballer im gehobenen Amateurbereich in etwa so interessant wie ein Nachmittag im ZDF-Sommergarten. Dennoch gibt's auch in diesen Spielen die volle Punktzahl zu gewinnen. Sonntag reist der 1. FC Kleve nach Essen, um dort gegen die U 23 eines Vereins zu spielen, der in erster Linie in der Vergangenheit lebt. In den letzten Spielrunden ist die erste Mannschaft dieses Traditionsvereins nicht ansatzweise in die Reichweite von Meisterschaften gekommen.

Unangenehmer Spielpartner

Bei der U 23 von RWE sieht dies anders aus. Die haben immerhin 2007/08 den Titel in der heutigen Niederrheinliga geholt und auch den Sprung in die NRW-Liga geschafft. Bereits im Hinspiel auf dem Klever Bresserberg entpuppte sich der Essener Nachwuchs als äußerst unangenehmer Spielpartner. Mit 0:2 verloren die Schwanenstädter die Begegnung.

Kleves Trainer Georg Kreß hat trotz der 0:1-Niederlage gegen den SC Wiedenbrück 2000 wenig Anlass dafür, großartig etwas in seiner Mannschaft zu ändern. Dies hat zwei Gründe: Zum einen war die Leistung gegen den Titelkandidaten eine ordentliche, zum anderen kann er mangels Alternativen kaum personelle Rochaden durchführen. Für Kreß wäre ein Sieg in Essen ein, so wörtlich, "Meilenstein" auf dem Weg Richtung Klassenerhalt.

Eine Möglichkeit, wie dies geschehen könnte, ist es sich im Georg-Melches-Stadion in der eigenen Hälfte bequem zu machen und darauf zu warten, dass RWE II angesichts seiner jugendlichen Euphorie den einen oder anderen kapitalen Bock im Spielaufbau schießt. Denn nicht selten machen Trainer von U 23-Teams ihre Rechnung ohne das Defensivverhalten der eigenen Männer. Sprich: jugendlicher Leichtsinn soll vor allem durch die auf Klever Seite "abgezockte Garde" wie Klimczok, Sowislo, Mahr oder Akpinar bestraft werden. Zudem hat der 1. FC Kleve mit Benedikt Koep einen Mann, der, wenn er fit ist, die für den Gegner unangenehme Fähigkeit besitzt einen Angriff schnell abzuschließen. Auch wenn die von Trainer Kreß in Aussicht gestellte Spielweise in Essen keinen Zuschauer vom Plastiksitz hauen wird, so steht außer Frage, dass auch für einen schmutzigen 1:0-Erfolg drei Zähler gutgeschrieben werden.

Nicht unzufrieden

Was es bei Essen zu beachten gilt, erklärt deren Trainer Waldemar Wrobel: "Mit den vergangenen Ergebnissen sind wir nicht unzufrieden." RWE siegte zuletzt zweimal. Was den kommenden Gegner betrifft hat Wrobel einige Ansichten über den FC parat, die er wohl exklusiv haben dürfte: "Kleve ist sicherlich besser, als es der aktuelle Tabellenstand aussagt. Die haben mit Mahr, Klimczok und Sowislo eine enorme Qualität im Spiel nach vorne." Was sein Team betrifft, so sortiert Wrobel seine Mannschaft in die Kategorie "Sturm und Drang" ein. Wrobel: "Das sind junge Leute, die wollen offensiv spielen." Und er lässt sie auch. Während der RWE-Trainer und Kleves Georg Kreß bei den sportlichen Möglichkeiten des 1. FC sind, so sind sie sich in einer Hinsicht einig: Wie die Partie ausgehe, sei völlig offen. Keine revolutionäre Erkenntnis, aber immerhin eine gemeinsame.

(RP)