Kleve: Tauziehen um eine Brücke

Kleve: Tauziehen um eine Brücke

Eine Brücke vor dem großen Hörsaal-Forum wird die beiden Seiten der Hochschule miteinander verbinden. Der Hafen wird weiter als Hafen nutzbar sein. Der Kreis plant eine feste Brücke, die Stadt möchte eine bewegliche.

Der Hafen bleibt Hafen — auch wenn er Hochschule ist. Das schreibt der Bebauungsplan der Stadt Kleve zur Hochschule, den der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet hat, vor. Nicht nur die Großanlagen von Winkels-Apparatebau können dort weiter aufs Schiff, ebenso könnten im Hafengelände der Hochschule Sportboote oder auch touristische Ausflugsschiffe anlanden.

Die Kostengründe

Das wird möglich, weil die zweite geplante Brücke in Höhe der Mensa weggefallen ist. Aus Kostengründen, wie Kreisdirektor Wilfried Suerick und Zandra Boxnick, die Wächter über den Hochschulbau, betonten. Bei der Vorstellung in der Klever Stadthalle sprachen die npstv-Architekten Voss und Schafmeyer so auch nur noch von einer Brücke. Einer leichten, festen Konstruktion, die den Kanal in Höhe des Forums überspannt. Schafmeyer: "Wir sind überzeugt, dass die zweite Brücke nicht vermisst werden wird". Die Brücke an der Mensa führte ja auf die andere Seite des Kanals in einen Bereich ohne Hochschulbauten — für die Studenten also ins Leere, so der Planer. Später, so schlossen die Architekten nicht aus, könne — wenn die Hochschule mal erweitert werden müsse — ja noch eine zweite Brücke errichtet werden.

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Die Planer gehen von einer festen Brücke aus, die nicht dreh- oder schwenkbar ist. Diese Brücke würde den Kanal an einer Stelle überspannen, wo der Stadt gerade mal 100 Meter Hafenfläche verloren gehen. Ausflugsschiffe müssten dann eben in Höhe des Wissenspeichers ihre touristische "Fracht" an Land lassen, und nicht am bisherigen Anleger vor dem Parkplatz.

Doch scheint sich hinter den Kulissen ein Tauziehen um eine bewegliche Brücke abzuzeichnen. Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer: "Der verabschiedete Bebauungsplan sieht vor, dass die Brücke an der Hochschule beweglich sein muss". Rauer schätzt die Zusatz-Kosten einer beweglichen Brücke auf 200 000 bis 300 000 Euro. Sie würde natürlich Kleves Traum auf eine Marina in Stadtnähe offen halten — wobei die Durchfahrt größerer Boote schon knapp 100 Meter hinter der neu geplanten Brücke durch mehrere feste Brücken kaum mehr möglich ist.

Beim Kreis sieht man Forderungen nach einer beweglichen Brücke gelassen: "Wenn jemand die Finanzierung übernimmt, sehen wir da keine Probleme, auch eine solche Brücke zu bauen", sagt Landrat Wolfgang Spreen. Und Suerick ergänzt, dass jeder Euro, der für andere Dinge außerhalb der Hochschule in die Hand genommen werde, der Hochschule fehlen. Deshalb achte man sehr genau auf die Baukosten. Aber: "Wenn sich später ergeben sollte, dass viele Schiffe weiter fahren möchten, dann kann die Stadt sich ja nach der Übergabe der Hochschule an das Land wegen einer beweglichen Brücke an den dann zuständigen NRW-Bau- und Liegenschaftsbetrieb wenden".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Bau der Hochschule Rhein-Waal - ein Millionenprojekt bis 2012

(RP)