Kleve-Donsbrüggen: Neuer Glanz in Donsbrüggens guter Stube

Kleve-Donsbrüggen: Neuer Glanz in Donsbrüggens guter Stube

Die katholische Kirche hat 30.000 Euro für die Renovierung des Pfarrheims gegeben. Das Ergebnis: Ein neuer Fußboden, frische Farben und moderne Leuchten haben das Canisiushaus optisch aufgefrischt. Viele Vereine freuen sich darüber.

Das Canisiushaus ist der Mittelpunkt des Gemeindelebens in Donsbrüggen. "Seit das Restaurant Waldschlösschen abgebrannt ist, gibt es hier ja nichts außer dem Sporthaus", sagt Herbert Galocke, Mitglied des Kirchenvorstands von Mariä Himmelfahrt. Doch so richtig wohlgefühlt hatte sich in den vergangenen Jahren im Canisiushaus niemand mehr. "Das Haus versprühte den Charme der 70er. Die unterschiedlichen Grüntöne an der Decke waren verblasst, der graue Kunststoffboden hatte seine besten Tage gesehen, die Dralongardinen waren von anno dazumal, und die Fahnenschwenker stießen an die von der Decke hängenden Pendelleuchten", sagt Propst Johannes Mecking. Das wollte er so nicht hinnehmen und stattdessen "ein Zeichen setzen", betont der Kreisdechant. 30.000 Euro gab die katholische Kirche für eine gründliche Renovierung des Pfarrheims.

Anfang dieses Jahres setzten sich Kirchenvertreter, Gemeindemitglieder und Vereine zusammen, um zu überlegen, welche Maßnahmen am dringendsten sind. Dann kamen die Handwerker. Am Aschermittwoch waren die wichtigsten Arbeiten bereits erledigt. Dann halfen engagierte Gemeindemitglieder beim Einräumen.

Jetzt erstrahlt das Canisiushaus in frischem Glanz. Eine moderne LED-Beleuchtung spendet Licht und lässt viel Platz für die Fahnenschwenker. Decke und Wände erhielten einen Anstrich in weißer Farbe. Der Polyurethan-Boden sieht behaglich aus, so als wäre er nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz, beige-farbene Gardinen hängen über neuen Heizkörpern.

"Alles wirkt jetzt viel freundlicher", sagt Gertrud Kersjes vom Kirchenvorstand. Sie und Herbert Galocke kennen sich bestens aus mit der Geschichte des Hauses. 1926 sei es gebaut und anfangs als Kindergarten genutzt worden, erzählen sie. Eine Ordensschwerster hat dort ihre Dienste verrichtet. "Am Wochenende haben die Donsbrüggener hier gebadet", sagt Gertrud Kersjes. 1986 wurde das Canisiushaus ausgebaut und bietet seitdem 100 Menschen Platz. Es gibt eine Bühne, auf der die 33 Sänger des Kirchenchors ihre Auftritte haben, und im Keller einen Schießstand für die Schützenbruderschaft. Einmal im Monat wird das Canisiushaus zur Seniorenbegegnungsstätte. Der Heimatverein nutzt das Pfarrheim für Versammlungen und Vorträge. Regelmäßig sind dort Ausstellungen zu sehen, der Nikolausmarkt findet im Canisiushaus statt, und die Familienbildungsstätte führt dort drei Kurse durch. "Das Canisiushaus ist eine echte Bereicherung für den Ort", betont Herbert Galocke. Auch Propst Mecking weiß, wie wichtig das Pfarrheim für die Menschen in der Gemeinde ist. Während andere Einrichtungen aufgegeben werden, habe sich die Kirche bewusst dafür entschieden, das Gebäude zu halten. "Und die Gebäude die wir halten, müssen wir auch pflegen", betont der Geistliche. So kann das Canisiushaus weiterhin der Mittelpunkt des Gemeindelebens sein.

(RP)